Ernst und Falk (1780a) Ernst und Falk (1780b) Ernst und Falk (1780c)
1
[1] Ernſt und Falk.
Geſpraͤche
fuͤr
Freymaͤurer. Fortſetzung. 1780.
[1] Ernſt und Falk.
Geſpraͤche
fuͤr
Freymaͤurer. Fortſetzung. 1780.
[1] Ernſt und Falk.
Geſpraͤche
fuͤr
Freymaͤurer. Fortſetzung. 1780.
2
[2]
[2]
[2]
3
[3]
Vorrede eines Dritten.
Der Verfaſſer der erſten drey Geſpraͤche
hatte dieſe Fortſetzung, wie man weiß,
im Manuſcripte, zum Drucke fertig lie-
gen, als derſelbe hoͤheren Ort's einen bit-
tenden Wink bekam, dieſelbe nicht bekannt
zu machen. Vorher aber hatte er dies vierte und
fuͤnfte Geſpraͤch einigen Freunden mitge-
theilt, welche, vermuthlich ohne ſeine Er-
laubniß, Abſchriften davon genommen
hatten. Eine dieſer Abſchriften war dem
itzigen Herausgeber durch einen ſonderba-
ren Zufall in die Haͤnde gefallen. Er
bedauerte, daß ſo viel herrliche Wahrhei-


ten
[3]
Vorrede eines Dritten.
Der Verfaſſer der erſten drey Geſpraͤche
hatte dieſe Fortſetzung, wie man weiß,
im Manuſcripte, zum Drucke fertig lie-
gen, als derſelbe hoͤheren Ort's einen bit-
tenden Wink bekam, dieſelbe nicht bekannt
zu machen. Vorher aber hatte er dies vierte und
fuͤnfte Geſpraͤch einigen Freunden mitge-
theilt, welche, vermuthlich ohne ſeine Er-
laubniß, Abſchriften davon genommen
hatten. Eine dieſer Abſchriften war dem
itzigen Herausgeber durch einen ſonderba-
ren Zufall in die Haͤnde gefallen. Er
bedauerte, daß ſo viel herrliche Wahrhei-


ten
[3]
Vorrede eines Dritten.
Der Verfaſſer der erſten drey Geſpraͤche
hatte dieſe Fortſetzung, wie man weiß,
im Manuſcripte, zum Drucke fertig lie-
gen, als derſelbe hoͤheren Ort's einen bit-
tenden Wink bekam, dieſelbe nicht bekannt
zu machen. Vorher aber hatte er dies vierte und
fuͤnfte Geſpraͤch einigen Freunden mitge-
theilt, welche, vermuthlich ohne ſeine Er-
laubniß, Abſchriften davon genommen
hatten. Eine dieſer Abſchriften war dem
itzigen Herausgeber durch einen ſonderba-
ren Zufall in die Haͤnde gefallen. Er
bedauerte, daß ſo viel herrliche Wahrhei-


ten
4
[4] unterdruͤckt werden ſollten, und be-
ſchloß das Manuſcript, ohne Winke zu
haben, drucken zu laſſen.
Wenn die Begierde, Licht uͤber ſo
wichtige Gegenſtaͤnde allgemeiner verbrei-
tet zu ſehen, nicht dieſe Freyheit hinlaͤng-
lich entſchuldiget; ſo laͤßt ſich nichts wei-
ter zu Vertheidigung derſelben ſagen, als
daß der Herausgeber kein aufgenommener
Maurer iſt.
Uebrigens wird man doch finden, daß
er, aus Vorſicht und Achtung gegen ei-
nen gewiſſen Zweig dieſer Geſellſchaft, ei-
nige Namen, welche ganz ausgeſchrieben
waren, bey der Herausgabe nicht genannt
hat.
[4] unterdruͤckt werden ſollten, und be-
ſchloß das Manuſcript, ohne Winke zu
haben, drucken zu laſſen.
Wenn die Begierde, Licht uͤber ſo
wichtige Gegenſtaͤnde allgemeiner verbrei-
tet zu ſehen, nicht dieſe Freyheit hinlaͤng-
lich entſchuldiget; ſo laͤßt ſich nichts wei-
ter zu Vertheidigung derſelben ſagen, als
daß der Herausgeber kein aufgenommener
Maurer iſt.
Uebrigens wird man doch finden, daß
er, aus Vorſicht und Achtung gegen ei-
nen gewiſſen Zweig dieſer Geſellſchaft, ei-
nige Namen, welche ganz ausgeſchrieben
waren, bey der Herausgabe nicht genannt
hat.
[4] unterdruͤckt werden ſollten, und be-
ſchloß das Manuſcript, ohne Winke zu
haben, drucken zu laſſen.
Wenn die Begierde, Licht uͤber ſo
wichtige Gegenſtaͤnde allgemeiner verbrei-
tet zu ſehen, nicht dieſe Freyheit hinlaͤng-
lich entſchuldiget; ſo laͤßt ſich nichts wei-
ter zu Vertheidigung derſelben ſagen, als
daß der Herausgeber kein aufgenommener
Maurer iſt.
Uebrigens wird man doch finden, daß
er, aus Vorſicht und Achtung gegen ei-
nen gewiſſen Zweig dieſer Geſellſchaft, ei-
nige Namen, welche ganz ausgeſchrieben
waren, bey der Herausgabe nicht genannt
hat.
5
[5]
Viertes Geſpraͤch.

Falk.
Ernſt! Willkommen! Endlich wieder ein-
mal! Ich habe meine Brunnen⸗Cur laͤngſt
beſchloſſen.
Ernſt.
Und befindeſt Dich wohl darauf? Ich
freue mich.
[5]
Viertes Geſpraͤch.

Falk.
Ernſt! Willkommen! Endlich wieder ein-
mal! Ich habe meine Brunnen⸗ Cur laͤngſt
beſchloſſen.
Ernſt.
Und befindeſt Dich wohl darauf? Ich
freue mich.
[5]
Viertes Geſpraͤch.

Falk.
Ernſt! Willkommen! Endlich wieder ein-
mal! Ich habe meine Brunnen⸗Cur laͤngſt
beſchloſſen.
Ernſt.
Und befindeſt Dich wohl darauf? Ich
freue mich.
6
[6]
Falk.
Was iſt das? Man hat mir ein: ich
freue mich aͤrgerlich ausgeſprochen.
Ernſt.
Ich bin es auch, und es fehlt wenig,
daß ich es nicht uͤber Dich bin.
Falk.
Ueber mich?
Ernſt.
Du haſt mich zu einem albernen Schritte
verleitet — Sieh her! — Gieb mir Deine
Hand! — Was ſagſt Du? — Du zuckſt
die Achſeln? Das haͤtte mir noch gefehlt.
Falk.
Dich verleitet?
Ernſt.
Es kann ſeyn, ohne daß Du es gewollt
haſt.
[6]
Falk.
Was iſt das? Man hat mir ein: ich
freue mich aͤrgerlich ausgeſprochen.
Ernſt.
Ich bin es auch, und es fehlt wenig,
daß ich es nicht uͤber Dich bin.
Falk.
Ueber mich?
Ernſt.
Du haſt mich zu einem albernen Schritte
verleitet — Sieh her! — Gieb mir Deine
Hand! — Was ſagſt Du? — Du zuckſt
die Achſeln? Das haͤtte mir noch gefehlt.
Falk.
Dich verleitet?
Ernſt.
Es kann ſeyn, ohne daß Du es gewollt
haſt.
[6]
Falk.
Was iſt das? Man hat mir ein: ich
freue mich aͤrgerlich ausgeſprochen.
Ernſt.
Ich bin es auch, und es fehlt wenig,
daß ich es nicht uͤber Dich bin.
Falk.
Ueber mich?
Ernſt.
Du haſt mich zu einem albernen Schritte
verleitet — Sieh her! — Gieb mir Deine
Hand! — Was ſagſt Du? — Du zuckſt
die Achſeln? Das haͤtte mir noch gefehlt.
Falk.
Dich verleitet?
Ernſt.
Es kann ſeyn, ohne daß Du es gewollt
haſt.
7
[7]
Falk.
Und ſoll doch Schuld haben.
Ernſt.
Der Mann Gottes ſpricht dem Volke
von einem Lande, da Milch und Honig
innen fließt, und das Volk ſoll ſich nicht
darnach ſehnen? Und ſoll uͤber den Mann
Gottes nicht murren, wenn er ſie, anſtatt
in dieſes gelobte Land, in duͤrre Wuͤſten
fuͤhrt?
Falk.
Nun, nun! der Schade kann doch ſo
groß nicht ſeyn — Dazu ſehe ich ja, daß
Du ſchon bey den Graͤbern unſerer Vor-
fahren gearbeitet haſt.
Ernſt.
Aber ſie waren nicht mit Flammen, ſon-
dern mit Rauch umgeben.
[7]
Falk.
Und ſoll doch Schuld haben.
Ernſt.
Der Mann Gottes ſpricht dem Volke
von einem Lande, da Milch und Honig
innen fließt, und das Volk ſoll ſich nicht
darnach ſehnen? Und ſoll uͤber den Mann
Gottes nicht murren, wenn er ſie, anſtatt
in dieſes gelobte Land, in duͤrre Wuͤſten
fuͤhrt?
Falk.
Nun, nun! der Schade kann doch ſo
groß nicht ſeyn — Dazu ſehe ich ja, daß
Du ſchon bey den Graͤbern unſerer Vor-
fahren gearbeitet haſt.
Ernſt.
Aber ſie waren nicht mit Flammen, ſon-
dern mit Rauch umgeben.
[7]
Falk.
Und ſoll doch Schuld haben.
Ernſt.
Der Mann Gottes ſpricht dem Volke
von einem Lande, da Milch und Honig
innen fließt, und das Volk ſoll ſich nicht
darnach ſehnen? Und ſoll uͤber den Mann
Gottes nicht murren, wenn er ſie, anſtatt
in dieſes gelobte Land, in duͤrre Wuͤſten
fuͤhrt?
Falk.
Nun, nun! der Schade kann doch ſo
groß nicht ſeyn — Dazu ſehe ich ja, daß
Du ſchon bey den Graͤbern unſerer Vor-
fahren gearbeitet haſt.
Ernſt.
Aber ſie waren nicht mit Flammen, ſon-
dern mit Rauch umgeben.
8
[8]
Falk.
So warte, bis der Rauch ſich verzieht,
und die Flamme wird leuchten und waͤr-
men.
Ernſt.
Der Rauch wird mich erſticken, ehe mir
die Flamme leuchtet, und waͤrmen, ſehe
ich wohl, werden ſich Andere an ihr, die
den Rauch beſſer vertragen koͤnnen.
Falk.
Du ſprichſt doch nicht von Leuten, die
ſich vom Rauch gern beiſſen laſſen, wenn
es nur der Rauch einer fremden fetten Kuͤ-
che iſt?
Ernſt.
Du kennſt ſie alſo doch?
Falk.
Ich habe von ihnen gehoͤrt.
[8]
Falk.
So warte, bis der Rauch ſich verzieht,
und die Flamme wird leuchten und waͤr-
men.
Ernſt.
Der Rauch wird mich erſticken, ehe mir
die Flamme leuchtet, und waͤrmen, ſehe
ich wohl, werden ſich Andere an ihr, die
den Rauch beſſer vertragen koͤnnen.
Falk.
Du ſprichſt doch nicht von Leuten, die
ſich vom Rauch gern beiſſen laſſen, wenn
es nur der Rauch einer fremden fetten Kuͤ-
che iſt?
Ernſt.
Du kennſt ſie alſo doch?
Falk.
Ich habe von ihnen gehoͤrt.
[8]
Falk.
So warte, bis der Rauch ſich verzieht,
und die Flamme wird leuchten und waͤr-
men.
Ernſt.
Der Rauch wird mich erſticken, ehe mir
die Flamme leuchtet, und waͤrmen, ſehe
ich wohl, werden ſich Andere an ihr, die
den Rauch beſſer vertragen koͤnnen.
Falk.
Du ſprichſt doch nicht von Leuten, die
ſich vom Rauch gern beiſſen laſſen, wenn
es nur der Rauch einer fremden fetten Kuͤ-
che iſt?
Ernſt.
Du kennſt ſie alſo doch?
Falk.
Ich habe von ihnen gehoͤrt.
9
[9]
Ernſt.
Um ſo mehr, was konnte Dich bewegen
mich auf dies Eis zu fuͤhren? Mir dazu
Sachen vorzuſpiegeln, deren Ungrund Du
nur allzuwohl wußteſt?
Falk.
Dein Verdruß macht Dich ſehr unge-
recht — Ich ſollte mit Dir von der Frey-
maurerey geſprochen haben, ohne es auf
mehr als eine Art zu verſtehen zu geben,
wie unnuͤtz es ſey, daß ieder ehrliche Mann
ein Freymaurer werde — wie unnoͤthig
nur? — ja, wie ſchaͤdlich. —
Ernſt.
Das mag wohl ſeyn.
Falk.
Ich ſollte Dir nicht geſagt haben, daß
man die hoͤchſten Pflichten der Maurerey
[9]
Ernſt.
Um ſo mehr, was konnte Dich bewegen,
mich auf dies Eis zu fuͤhren? Mir dazu
Sachen vorzuſpiegeln, deren Ungrund Du
nur allzuwohl wußteſt?
Falk.
Dein Verdruß macht Dich ſehr unge-
recht — Ich ſollte mit Dir von der Frey-
maurerey geſprochen haben, ohne es auf
mehr als eine Art zu verſtehen zu geben,
wie unnuͤtz es ſey, daß ieder ehrliche Mann
ein Freymaurer werde — wie unnoͤthig
nur? — ja, wie ſchaͤdlich. —
Ernſt.
Das mag wohl ſeyn.
Falk.
Ich ſollte Dir nicht geſagt haben, daß
man die hoͤchſten Pflichten der Maurerey
[9]
Ernſt.
Um ſo mehr, was konnte Dich bewegen,
mich auf dies Eis zu fuͤhren? Mir dazu
Sachen vorzuſpiegeln, deren Ungrund Du
nur allzuwohl wußteſt?
Falk.
Dein Verdruß macht Dich ſehr unge-
recht — Ich ſollte mit Dir von der Frey-
maurerey geſprochen haben, ohne es auf
mehr als eine Art zu verſtehen zu geben,
wie unnuͤtz es ſey, daß ieder ehrliche Mann
ein Freymaurer werde — wie unnoͤthig
nur? — ja, wie ſchaͤdlich. —
Ernſt.
Das mag wohl ſeyn.
Falk.
Ich ſollte Dir nicht geſagt haben, daß
man die hoͤchſten Pflichten der Maurerey
10
[10]
erfuͤllen koͤnne, ohne ein Freymaurer zu
heiſſen?
Ernſt.
Vielmehr erinnere ich mich deſſen —
Aber Du weißt ja wohl, wenn meine Fan-
taſie einmal den Fittig ausbreitet, einen
Schlag damit thut — kann ich ſie hal-
ten? — Ich werfe Dir nichts vor, als
daß Du ihr eine ſolche Lockſpeiſe zeig-
teſt. —
Falk.
Die Du zu erreichen doch auch ſehr
bald muͤde geworden — Und warum ſag-
teſt Du mir nicht ein Wort von Deinem
Vorſatze?
Ernſt.
Wuͤrdeſt Du mich davon abgerathen
haben?
Falk.
Ganz gewiß! — Wer wollte einem ra-

ſchen
[10]
erfuͤllen koͤnne, ohne ein Freymaurer zu
heiſſen?
Ernſt.
Vielmehr erinnere ich mich deſſen —
Aber Du weißt ja wohl, wenn meine Fan-
taſie einmal den Fittig ausbreitet, einen
Schlag damit thut — kann ich ſie hal-
ten? — Ich werfe Dir nichts vor, als
daß Du ihr eine ſolche Lockſpeiſe zeig-
teſt.
Falk.
Die Du zu erreichen doch auch ſehr
bald muͤde geworden — Und warum ſag-
teſt Du mir nicht ein Wort von Deinem
Vorſatze?
Ernſt.
Wuͤrdeſt Du mich davon abgerathen
haben?
Falk.
Ganz gewiß! — Wer wollte einem ra-

ſchen
[10]
erfuͤllen koͤnne, ohne ein Freymaurer zu
heiſſen?
Ernſt.
Vielmehr erinnere ich mich deſſen —
Aber Du weißt ja wohl, wenn meine Fan-
taſie einmal den Fittig ausbreitet, einen
Schlag damit thut — kann ich ſie hal-
ten? — Ich werfe Dir nichts vor, als
daß Du ihr eine ſolche Lockſpeiſe zeig-
teſt.
Falk.
Die Du zu erreichen doch auch ſehr
bald muͤde geworden — Und warum ſag-
teſt Du mir nicht ein Wort von Deinem
Vorſatze?
Ernſt.
Wuͤrdeſt Du mich davon abgerathen
haben?
Falk.
Ganz gewiß! — Wer wollte einem ra-

ſchen
11
[11] Knaben, weil er dann und wann
noch faͤllt, den Gaͤngelwagen wieder ein-
ſchwaͤtzen? Ich mache Dir kein Compli-
ment; Du warſt ſchon zu weit, um von
da wieder abzugehen. Gleichwohl konnte
man mit Dir keine Ausnahme machen.
Den Weg muͤſſen Alle betreten.
Ernſt.
Es ſollte mich auch nicht reuen ihn be-
treten zu haben, wenn ich mir nur von
dem noch uͤbrigen Wege noch mehr zu
verſprechen haͤtte. Aber Vertroͤſtungen,
und wieder Vertroͤſtungen, und nichts als
Vertroͤſtungen!
Falk.
Wenn man Dich doch ſchon vertroͤſtet!
Und auf was vertroͤſtet man Dich denn?
Ernſt.
Du weiſt ja wohl, auf die ſchottiſche
Maurerey, auf die ſchottiſchen Ritter.
[11] Knaben, weil er dann und wann
noch faͤllt, den Gaͤngelwagen wieder ein-
ſchwaͤtzen? Ich mache Dir kein Compli-
ment; Du warſt ſchon zu weit, um von
da wieder abzugehen. Gleichwohl konnte
man mit Dir keine Ausnahme machen.
Den Weg muͤſſen Alle betreten.
Ernſt.
Es ſollte mich auch nicht reuen ihn be-
treten zu haben, wenn ich mir nur von
dem noch uͤbrigen Wege noch mehr zu
verſprechen haͤtte. Aber Vertroͤſtungen,
und wieder Vertroͤſtungen, und nichts als
Vertroͤſtungen!
Falk.
Wenn man Dich doch ſchon vertroͤſtet!
Und auf was vertroͤſtet man Dich denn?
Ernſt.
Du weiſt ja wohl, auf die ſchottiſche
Maurerey, auf die ſchottiſchen Ritter.
[11] Knaben, weil er dann und wann
noch faͤllt, den Gaͤngelwagen wieder ein-
ſchwaͤtzen? Ich mache Dir kein Compli-
ment; Du warſt ſchon zu weit, um von
da wieder abzugehen. Gleichwohl konnte
man mit Dir keine Ausnahme machen.
Den Weg muͤſſen Alle betreten.
Ernſt.
Es ſollte mich auch nicht reuen ihn be-
treten zu haben, wenn ich mir nur von
dem noch uͤbrigen Wege noch mehr zu
verſprechen haͤtte. Aber Vertroͤſtungen,
und wieder Vertroͤſtungen, und nichts als
Vertroͤſtungen!
Falk.
Wenn man Dich doch ſchon vertroͤſtet!
Und auf was vertroͤſtet man Dich denn?
Ernſt.
Du weiſt ja wohl, auf die ſchottiſche
Maurerey, auf die ſchottiſchen Ritter.
12
[12]
Falk.
Nun ja, ganz recht — Aber weſſen hat
ſich denn der ſchottiſche Ritter zu troͤſten?
Ernſt.
Wer das wuͤßte!
Falk.
Und Deines Gleichen, die andern Neu-
linge des Ordens, wiſſen denn die auch
nichts?
Ernſt.
O die! die wiſſen ſo viel! — Der Eine
will Gold machen, der Andere will Gei-
ſter beſchwoͤren, der Dritte will die * * *
wieder herſtellen — Du laͤchelſt — Und
laͤchelſt nur? —
Falk.
Was1 kann ich anders?
[12]
Falk.
Nun ja, ganz recht — Aber weſſen hat
ſich denn der ſchottiſche Ritter zu troͤſten?
Ernſt.
Wer das wuͤßte!
Falk.
Und Deines Gleichen, die andern Neu-
linge des Ordens, wiſſen denn die auch
nichts?
Ernſt.
O die! die wiſſen ſo viel! — Der Eine
will Gold machen, der Andere will Gei-
ſter beſchwoͤren, der Dritte will die * * *
wieder herſtellen — Du laͤchelſt — Und
laͤchelſt nur? —
Falk.
Wie1 kann ich anders?
[12]
Falk.
Nun ja, ganz recht — Aber weſſen hat
ſich denn der ſchottiſche Ritter zu troͤſten?
Ernſt.
Wer das wuͤßte!
Falk.
Und Deines Gleichen, die andern Neu-
linge des Ordens, wiſſen denn die auch
nichts?
Ernſt.
O die! die wiſſen ſo viel! — Der Eine
will Gold machen, der Andere will Gei-
ſter beſchwoͤren, der Dritte will die * * *
wieder herſtellen — Du laͤchelſt — Und
laͤchelſt nur? —
Falk.
Wie1 kann ich anders?
13
[13]
Ernſt.
Unwillen bezeugen uͤber ſolche Quer-
koͤpfe!
Falk.
Wenn mich nicht Eins mit ihnen wie-
der verſoͤhnte.
Ernſt.
Und was?
Falk.
Daß ich in allen dieſen Traͤumereyen
Streben nach Wuͤrklichkeit erkenne, daß
ſich aus allen dieſen Irrwegen noch ab-
nehmen laͤßt, wohin der wahre Weg geht.
Ernſt.
Auch aus der Goldmacherey?
Falk.
Auch aus der Goldmacherey. Ob ſich
wuͤrklich Gold machen laͤßt, oder nicht
[13]
Ernſt.
Unwillen bezeugen uͤber ſolche Quer-
koͤpfe!
Falk.
Wenn mich nicht Eins mit ihnen wie-
der verſoͤhnte.
Ernſt.
Und was?
Falk.
Daß ich in allen dieſen Traͤumereyen
Streben nach Wuͤrklichkeit erkenne, daß
ſich aus allen dieſen Irrwegen noch ab-
nehmen laͤßt, wohin der wahre Weg geht.
Ernſt.
Auch aus der Goldmacherey?
Falk.
Auch aus der Goldmacherey. Ob ſich
wuͤrklich Gold machen laͤßt, oder nicht
[13]
Ernſt.
Unwillen bezeugen uͤber ſolche Quer-
koͤpfe!
Falk.
Wenn mich nicht Eins mit ihnen wie-
der verſoͤhnte.
Ernſt.
Und was?
Falk.
Daß ich in allen dieſen Traͤumereyen
Streben nach Wuͤrklichkeit erkenne, daß
ſich aus allen dieſen Irrwegen noch ab-
nehmen laͤßt, wohin der wahre Weg geht.
Ernſt.
Auch aus der Goldmacherey?
Falk.
Auch aus der Goldmacherey. Ob ſich
wuͤrklich Gold machen laͤßt, oder nicht
14
[14]
machen laͤßt, gilt mir gleichviel. Aber ich
bin ſehr verſichert, daß vernuͤnftige Men-
ſchen nur in Ruͤckſicht auf Freymaurerey
es machen zu koͤnnen wuͤnſchen werden.
Auch wird der erſte der beſte, dem der
Stein der Weiſen zu Theil wird, in dem
nemlichen Augenblicke Freymaurer — Und
es iſt doch ſonderbar, daß dieſes alle
Nachrichten beſtaͤtigen, mit welchen ſich
die Welt von wahren oder vermeinten
Goldmachern traͤgt.
Ernſt.
Und die Geiſter⸗Beſchwoͤrer?
Falk.
Von ihnen gilt ohngefehr das nemliche
— Unmoͤglich koͤnnen Geiſter auf die
Stimme eines andern Menſchen hoͤren,
als eines Freymaurers.
[14]
machen laͤßt, gilt mir gleichviel. Aber ich
bin ſehr verſichert, daß vernuͤnftige Men-
ſchen nur in Ruͤckſicht auf Freymaurerey
es machen zu koͤnnen wuͤnſchen werden.
Auch wird der erſte der beſte, dem der
Stein der Weiſen zu Theil wird, in dem
nemlichen Augenblicke Freymaurer — Und
es iſt doch ſonderbar, daß dieſes alle
Nachrichten beſtaͤtigen, mit welchen ſich
die Welt von wahren oder vermeinten
Goldmachern traͤgt.
Ernſt.
Und die Geiſter⸗Beſchwoͤrer?
Falk.
Von ihnen gilt ohngefehr das nemliche
— Unmoͤglich koͤnnen Geiſter auf die
Stimme eines andern Menſchen hoͤren,
als eines Freymaurers.
[14]
machen laͤßt, gilt mir gleichviel. Aber ich
bin ſehr verſichert, daß vernuͤnftige Men-
ſchen nur in Ruͤckſicht auf Freymaurerey
es machen zu koͤnnen wuͤnſchen werden.
Auch wird der erſte der beſte, dem der
Stein der Weiſen zu Theil wird, in dem
nemlichen Augenblicke Freymaurer — Und
es iſt doch ſonderbar, daß dieſes alle
Nachrichten beſtaͤtigen, mit welchen ſich
die Welt von wahren oder vermeinten
Goldmachern traͤgt.
Ernſt.
Und die Geiſter⸗Beſchwoͤrer?
Falk.
Von ihnen gilt ohngefehr das nemliche
— Unmoͤglich koͤnnen Geiſter auf die
Stimme eines andern Menſchen hoͤren,
als eines Freymaurers.
15
[15]
Ernſt.
Wie ernſthaft du ſolche Dinge ſagen
kannſt! —
Falk.
Bey allem was heilig iſt! nicht ernſt-
hafter als ſie ſind.
Ernſt.
Wenn das waͤre! — Aber endlich die
neuen * * * , wenn Gott will?
Falk.
Vollends die!
Ernſt.
Siehſt Du! Von denen weißt Du nichts
zu ſagen. Denn * * * waren doch ein-
mal, Goldmacher aber und Geiſter⸗Be-
ſchwoͤrer gab es vielleicht nie. Und es
laͤßt ſich freylich beſſer ſagen, wie die
Freymaurer ſich zu ſolchen Weſen der
Einbildung verhalten, als zu wuͤrklichen.
[15]
Ernſt.
Wie ernſthaft Du ſolche Dinge ſagen
kannſt! —
Falk.
Bey allem was heilig iſt! nicht ernſt-
hafter als ſie ſind.
Ernſt.
Wenn das waͤre! — Aber endlich die
neuen * * *, wenn Gott will?
Falk.
Vollends die!
Ernſt.
Siehſt Du! Von denen weißt Du nichts
zu ſagen. Denn * * * waren doch ein-
mal, Goldmacher aber und Geiſter⸗ Be-
ſchwoͤrer gab es vielleicht nie. Und es
laͤßt ſich freylich beſſer ſagen, wie die
Freymaurer ſich zu ſolchen Weſen der
Einbildung verhalten, als zu wuͤrklichen.
[15]
Ernſt.
Wie ernſthaft Du ſolche Dinge ſagen
kannſt! —
Falk.
Bey allem was heilig iſt! nicht ernſt-
hafter als ſie ſind.
Ernſt.
Wenn das waͤre! — Aber endlich die
neuen * * *, wenn Gott will?
Falk.
Vollends die!
Ernſt.
Siehſt Du! Von denen weißt Du nichts
zu ſagen. Denn * * * waren doch ein-
mal, Goldmacher aber und Geiſter⸗ Be-
ſchwoͤrer gab es vielleicht nie. Und es
laͤßt ſich freylich beſſer ſagen, wie die
Freymaurer ſich zu ſolchen Weſen der
Einbildung verhalten, als zu wuͤrklichen.
16
[16]
Falk.
Allerdings kann ich mich hier nur in
einem Dilemma ausdruͤcken: Entweder,
oder —
Ernſt.
Auch gut! Wenn man nur wenigſtens
weiß, daß unter zwey Saͤtzen einer wahr
iſt: Nun! Entweder dieſe * * * ‚would be‘ —
Falk.
Ernſt! Ehe Du noch eine Spoͤtterey
voͤllig ausſagſt! Auf mein Gewiſſen! —
Dieſe — eben dieſe ſind entweder gewiß auf
dem rechten Wege, oder ſo weit davon
entfernt, daß ihnen auch nicht einmal die
Hofnung mehr uͤbrig iſt, jemals darauf
zu gelangen.
Ernſt.
Ich muß das ſo mit anhoͤren. Denn
Dich um eine naͤhere Erklaͤrung zu bitten —
[16]
Falk.
Allerdings kann ich mich hier nur in
einem Dilemma ausdruͤcken: Entweder,
oder —
Ernſt.
Auch gut! Wenn man nur wenigſtens
weiß, daß unter zwey Saͤtzen einer wahr
iſt: Nun! Entweder dieſe * * * ‚would be‘ —
Falk.
Ernſt! Ehe Du noch eine Spoͤtterey
voͤllig ausſagſt! Auf mein Gewiſſen! —
Dieſe — eben dieſe ſind entweder gewiß auf
dem rechten Wege, oder ſo weit davon
entfernt, daß ihnen auch nicht einmal die
Hofnung mehr uͤbrig iſt, jemals darauf
zu gelangen.
Ernſt.
Ich muß das ſo mit anhoͤren. Denn
Dich um eine naͤhere Erklaͤrung zu bitten —
[16]
Falk.
Allerdings kann ich mich hier nur in
einem Dilemma ausdruͤcken: Entweder,
oder —
Ernſt.
Auch gut! Wenn man nur wenigſtens
weiß, daß unter zwey Saͤtzen einer wahr
iſt: Nun! Entweder dieſe * * * ‚would be‘ —
Falk.
Ernſt! Ehe Du noch eine Spoͤtterey
voͤllig ausſagſt! Auf mein Gewiſſen! —
Dieſe — eben dieſe ſind entweder gewiß auf
dem rechten Wege, oder ſo weit davon
entfernt, daß ihnen auch nicht einmal die
Hofnung mehr uͤbrig iſt, jemals darauf
zu gelangen.
Ernſt.
Ich muß das ſo mit anhoͤren. Denn
Dich um eine naͤhere Erklaͤrung zu bitten —
17
[17]
Falk.
Warum nicht? Man hat lange genug
aus Heimlichkeiten das Geheimniß ge-
macht.
Ernſt.
Wie verſtehſt Du das?
Falk.
Das Geheimniß der Freymaurerey, wie
ich Dir ſchon geſagt habe, iſt das, was
der Freymaurer nicht uͤber ſeine Lippen
bringen kann, wenn es auch möglich waͤ-
re, daß er es wollte. Aber Heimlichkei-
ten ſind Dinge, die ſich wohl ſagen laſ-
ſen, und die man nur zu gewiſſen Zeiten,
in gewiſſen Laͤndern, theils aus Neid ver-
hehlte, theils aus Furcht verbiß, theils
aus Klugheit verſchwieg.
[17]
Falk.
Warum nicht? Man hat lange genug
aus Heimlichkeiten das Geheimniß ge-
macht.
Ernſt.
Wie verſtehſt Du das?
Falk.
Das Geheimniß der Freymaurerey, wie
ich Dir ſchon geſagt habe, iſt das, was
der Freymaurer nicht uͤber ſeine Lippen
bringen kann, wenn es auch möglich waͤ-
re, daß er es wollte. Aber Heimlichkei-
ten ſind Dinge, die ſich wohl ſagen laſ-
ſen, und die man nur zu gewiſſen Zeiten,
in gewiſſen Laͤndern, theils aus Neid ver-
hehlte, theils aus Furcht verbiß, theils
aus Klugheit verſchwieg.
[17]
Falk.
Warum nicht? Man hat lange genug
aus Heimlichkeiten das Geheimniß ge-
macht.
Ernſt.
Wie verſtehſt Du das?
Falk.
Das Geheimniß der Freymaurerey, wie
ich Dir ſchon geſagt habe, iſt das, was
der Freymaurer nicht uͤber ſeine Lippen
bringen kann, wenn es auch möglich waͤ-
re, daß er es wollte. Aber Heimlichkei-
ten ſind Dinge, die ſich wohl ſagen laſ-
ſen, und die man nur zu gewiſſen Zeiten,
in gewiſſen Laͤndern, theils aus Neid ver-
hehlte, theils aus Furcht verbiß, theils
aus Klugheit verſchwieg.
18
[18]
Ernſt.
Zum Exempel?
Falk.
Zum Exempel! Gleich dieſe Verwandt-
ſchaft
1 unter * * * und Freymaurern. Es
kann wohl ſeyn, daß es einmal noͤthig
und gut war, ſich davon nichts merken
zu laſſen — Aber jetzt — jetzt kann es
im Gegentheil hoͤchſt verderblich werden,
wenn man aus dieſer Verwandtſchaft2 noch
laͤnger ein Geheimniß macht. Man muͤß-
te ſie vielmehr laut bekennen, und nur
den gehoͤrigen Punct beſtimmen, in wel-
chem die * * * die Freymaurer ihrer Zeit
waren.
Ernſt.
Darf ich ihn wiſſen, dieſen Punct?
Falk.
Lies die Geſchichte der * * * mit Bedacht!
[18]
Ernſt.
Zum Exempel.
Falk.
Zum Exempel! Gleich dieſe Verwand-
ſchaft
1 unter * * * und Freymaurern. Es
kann wohl ſeyn, daß es einmal noͤthig
und gut war, ſich davon nichts merken
zu laſſen — Aber jetzt — jetzt kann es
im Gegentheil hoͤchſt verderblich werden,
wenn man aus dieſer Verwandſchaft2 noch
laͤnger ein Geheimniß macht. Man muͤß-
te ſie vielmehr laut bekennen, und nur
den gehoͤrigen Punct beſtimmen, in wel-
chem die * * * die Freymaurer ihrer Zeit
waren.
Ernſt.
Darf ich ihn wiſſen, dieſen Punct?
Falk.
Lies die Geſchichte der * * * mit Bedacht!
[18]
Ernſt.
Zum Exempel.
Falk.
Zum Exempel! Gleich dieſe Verwand-
ſchaft
1 unter * * * und Freymaurern. Es
kann wohl ſeyn, daß es einmal noͤthig
und gut war, ſich davon nichts merken
zu laſſen — Aber jetzt — jetzt kann es
im Gegentheil hoͤchſt verderblich werden,
wenn man aus dieſer Verwandſchaft2 noch
laͤnger ein Geheimniß macht. Man muͤß-
te ſie vielmehr laut bekennen, und nur
den gehoͤrigen Punct beſtimmen, in wel-
chem die * * * die Freymaurer ihrer Zeit
waren.
Ernſt.
Darf ich ihn wiſſen, dieſen Punct?
Falk.
Lies die Geſchichte der * * * mit Bedacht!
19
[19]
Du mußt ihn errathen. Auch wirſt Du
ihn gewiß errathen, und eben das war
die Urſache, warum Du kein Freymaurer
haͤtteſt werden muͤſſen.
Ernſt.
Daß ich nicht den Augenblick unter
meinen Buͤchern ſitze! — Und wenn ich
ihn errathe, willſt Du mir geſtehen, daß
ich ihn errathen habe?
Falk.
Du wirſt zugleich finden, daß Du die-
ſes Geſtaͤndniß nicht brauchſt — Aber
auf mein Dilemma wieder zuruͤckzukom-
men! Eben dieſer Punct iſt es allein,
woraus die Entſcheidung deſſelben zu ho-
len iſt — Sehen und fuͤhlen alle Frey-
maurer, welche jetzt mit den * * * ſchwan-
ger gehen, dieſen rechten Punct1; Wohl
[19]
Du mußt ihn errathen. Auch wirſt Du
ihn gewiß errathen, und eben das war
die Urſache, warum Du kein Freymaurer
haͤtteſt werden muͤſſen.
Ernſt.
Daß ich nicht den Augenblick unter
meinen Buͤchern ſitze! — Und wenn ich
ihn errathe, willſt Du mir geſtehen, daß
ich ihn errathen habe?
Falk.
Du wirſt zugleich finden, daß Du die-
ſes Geſtaͤndniß nicht brauchſt — Aber
auf mein Dilemma wieder zuruͤckzukom-
men! Eben dieſer Punct iſt es allein,
woraus die Entſcheidung deſſelben zu ho-
len iſt — Sehen und fuͤhlen alle Frey-
maurer, welche jetzt mit den * * * ſchwan-
ger gehen, dieſen rechten Punkt1; Wohl
[19]
Du mußt ihn errathen. Auch wirſt Du
ihn gewiß errathen, und eben das war
die Urſache, warum Du kein Freymaurer
haͤtteſt werden muͤſſen.
Ernſt.
Daß ich nicht den Augenblick unter
meinen Buͤchern ſitze! — Und wenn ich
ihn errathe, willſt Du mir geſtehen, daß
ich ihn errathen habe?
Falk.
Du wirſt zugleich finden, daß Du die-
ſes Geſtaͤndniß nicht brauchſt — Aber
auf mein Dilemma wieder zuruͤckzukom-
men! Eben dieſer Punct iſt es allein,
woraus die Entſcheidung deſſelben zu ho-
len iſt — Sehen und fuͤhlen alle Frey-
maurer, welche jetzt mit den * * * ſchwan-
ger gehen, dieſen rechten Punkt1; Wohl
20
[20]
ihnen! Wohl der Welt! Segen zu allem,
was ſie thun! Segen zu allem, was ſie
unterlaſſen! — Erkennen und fuͤhlen ſie
ihn aber nicht, jenen Punct; hat ſie ein
bloßer Gleichlaut verfuͤhrt; hat ſie blos
der Freymaurer der im * * arbeitet, auf
die * * * gebracht; haben ſie ſich nur in
das — — — auf dem — — — — vergafft;
moͤgten ſie gern eintraͤgliche — — — —
fette Pfruͤnden ſich und ihren Freun-
den zutheilen koͤnnen; — Nun ſo
ſchenke uns der Himmel recht viel Mit-
leid, damit wir uns des Lachens enthal-
ten koͤnnen.
Ernſt.
Sieh! Du kannſt doch noch warm und
bitter werden.
Falk.
Leider! — Ich danke Dir fuͤr Deine
Bemerkung, und bin nun wieder, wie Eis.
[20]
ihnen! Wohl der Welt! Segen zu allem,
was ſie thun! Segen zu allem, was ſie
unterlaſſen! — Erkennen und fuͤhlen ſie
ihn aber nicht, jenen Punct; hat ſie ein
bloßer Gleichlaut verfuͤhrt; hat ſie blos
der Freymaurer der im * * arbeitet, auf
die * * * gebracht; haben ſie ſich nur in
das — — — auf dem — — — — vergafft;
moͤgten ſie gern eintraͤgliche — — — —
fette Pfruͤnden ſich und ihren Freun-
den zutheilen koͤnnen; — Nun ſo
ſchenke uns der Himmel recht viel Mit-
leid, damit wir uns des Lachens enthal-
ten koͤnnen.
Ernſt.
Sieh! Du kannſt doch noch warm und
bitter werden.
Falk.
Leider! — Ich danke Dir fuͤr Deine
Bemerkung, und bin nun wieder, wie Eis.
[20]
ihnen! Wohl der Welt! Segen zu allem,
was ſie thun! Segen zu allem, was ſie
unterlaſſen! — Erkennen und fuͤhlen ſie
ihn aber nicht, jenen Punct; hat ſie ein
bloßer Gleichlaut verfuͤhrt; hat ſie blos
der Freymaurer der im * * arbeitet, auf
die * * * gebracht; haben ſie ſich nur in
das — — — auf dem — — — — vergafft;
moͤgten ſie gern eintraͤgliche — — — —
fette Pfruͤnden ſich und ihren Freun-
den zutheilen koͤnnen; — Nun ſo
ſchenke uns der Himmel recht viel Mit-
leid, damit wir uns des Lachens enthal-
ten koͤnnen.
Ernſt.
Sieh! Du kannſt doch noch warm und
bitter werden.
Falk.
Leider! — Ich danke Dir fuͤr Deine
Bemerkung, und bin nun wieder, wie Eis.
21
[21]
Ernſt.
Und was meinſt Du wohl, welcher von
den beyden Faͤllen der Fall dieſer Herren
iſt?
Falk.
Ich fuͤrchte der letztere — Moͤgt‘ ich
mich betruͤgen! — Denn wenn es der
erſte waͤre; wie koͤnnten ſie einen ſo ſeltſa-
men Anſchlag haben? — die * * * wie-
der herzuſtellen! — Jener große Punct,
in welchem die * * * Freymaurer waren,
hat nicht mehr Statt. Wenigſtens iſt Eu-
ropa laͤngſt daruͤber hinaus, und bedarf
darinn weiter keines auſſerordentlichen
Vorſchubs — Was wollen ſie alſo?
Wollen ſie auch ein Schwamm werden,
den die Großen einmal ausdruͤcken? —
Doch an wen dieſe Frage? Und wieder
wen? Haſt Du mir denn geſagt —Haſt
[21]
Ernſt.
Und was meinſt Du wohl, welcher von
den beyden Faͤllen der Fall dieſer Herren
iſt?
Falk.
Ich fuͤrchte der letztere — Moͤgt‘ ich
mich betruͤgen! — Denn wenn es der
erſte waͤre; wie koͤnnten ſie einen ſo ſeltſa-
men Anſchlag haben? — die * * * wie-
der herzuſtellen! — Jener große Punct,
in welchem die * * * Freymaurer waren,
hat nicht mehr Statt. Wenigſtens iſt Eu-
ropa laͤngſt daruͤber hinaus, und bedarf
darinn weiter keines auſſerordentlichen
Vorſchubs — Was wollen ſie alſo?
Wollen ſie auch ein Schwamm werden,
den die Großen einmal ausdruͤcken? —
Doch an wen dieſe Frage? Und wieder
wen? Haſt du mir denn geſagt —Haſt
[21]
Ernſt.
Und was meinſt Du wohl, welcher von
den beyden Faͤllen der Fall dieſer Herren
iſt?
Falk.
Ich fuͤrchte der letztere — Moͤgt‘ ich
mich betruͤgen! — Denn wenn es der
erſte waͤre; wie koͤnnten ſie einen ſo ſeltſa-
men Anſchlag haben? — die * * * wie-
der herzuſtellen! — Jener große Punct,
in welchem die * * * Freymaurer waren,
hat nicht mehr Statt. Wenigſtens iſt Eu-
ropa laͤngſt daruͤber hinaus, und bedarf
darinn weiter keines auſſerordentlichen
Vorſchubs — Was wollen ſie alſo?
Wollen ſie auch ein Schwamm werden,
den die Großen einmal ausdruͤcken? —
Doch an wen dieſe Frage? Und wieder
wen? Haſt du mir denn geſagt —Haſt
22
[22]
Du mir ſagen koͤnnen, daß mit dieſen
Grillen von Goldmachern, Geiſter⸗ Ban-
nern, * * * , ſich andre, als die Neu-
linge des Ordens ſchleppen? — Aber
Kinder werden Maͤnner — Laß ſie nur!
— Genug, wie geſagt, daß ich ſchon in
dem Spielzeuge die Waffen erblicke, wel-
che einmal die Maͤnner mit ſicherer Hand
fuͤhren werden.
Ernſt.
Im Grunde, mein Freund! Sind es
auch nicht dieſe Kindereyen, die mich un-
muthig machen. Ohne zu vermuthen,
daß etwas Ernſthaftes hinter ihnen ſeyn
koͤnnte, ſahe ich uͤber ſie weg — Tonnen,
dachte ich, den jungen Wallfiſchen ausge-
worfen! — Aber was mich nagt, iſt das:
daß ich uͤberall nichts ſehe, uͤberall nichts
hoͤre, als dieſe Kindereyen, daß von dem,
deſſen Erwartung Du in mir erregteſt,
[22]
Du mir ſagen koͤnnen, daß mit dieſen
Grillen von Goldmachern, Geiſter⸗Ban-
nern, * * *, ſich andre, als die Neu-
linge des Ordens ſchleppen? — Aber
Kinder werden Maͤnner — Laß ſie nur!
— Genug, wie geſagt, daß ich ſchon in
dem Spielzeuge die Waffen erblicke, wel-
che einmal die Maͤnner mit ſicherer Hand
fuͤhren werden.
Ernſt.
Im Grunde, mein Freund! Sind es
auch nicht dieſe Kindereyen, die mich un-
muthig machen. Ohne zu vermuthen,
daß etwas Ernſthaftes hinter ihnen ſeyn
koͤnnte, ſahe ich uͤber ſie weg — Tonnen,
dachte ich, den jungen Wallfiſchen ausge-
worfen! — Aber was mich nagt, iſt das:
daß ich uͤberall nichts ſehe, uͤberall nichts
hoͤre, als dieſe Kindereyen, daß von dem,
deſſen Erwartung Du in mir erregteſt,
[22]
Du mir ſagen koͤnnen, daß mit dieſen
Grillen von Goldmachern, Geiſter⸗ Ban-
nern, * * *, ſich andre, als die Neu-
linge des Ordens ſchleppen? — Aber
Kinder werden Maͤnner — Laß ſie nur!
— Genug, wie geſagt, daß ich ſchon in
dem Spielzeuge die Waffen erblicke, wel-
che einmal die Maͤnner mit ſicherer Hand
fuͤhren werden.
Ernſt.
Im Grunde, mein Freund! Sind es
auch nicht dieſe Kindereyen, die mich un-
muthig machen. Ohne zu vermuthen,
daß etwas Ernſthaftes hinter ihnen ſeyn
koͤnnte, ſahe ich uͤber ſie weg — Tonnen,
dachte ich, den jungen Wallfiſchen ausge-
worfen! — Aber was mich nagt, iſt das:
daß ich uͤberall nichts ſehe, uͤberall nichts
hoͤre, als dieſe Kindereyen, daß von dem,
deſſen Erwartung Du in mir erregteſt,
23
[23]
keiner etwas wiſſen will. Ich mag dieſen
Ton angeben, ſo oft ich will, gegen wen
ich will; niemand will einſtimmen, immer
und aller Orten das tiefſte Stillſchweigen.
Falk.
Du meinſt —
Ernſt.
Jene Gleichheit, die Du mir als
Grundgeſetz des Ordens angegeben; Jene
Gleichheit, die meine ganze Seele mit ſo
unerwarteter Hofnung erfuͤllte, mit der
Hofnung ſie endlich in Geſellſchaft von
Menſchen athmen zu koͤnnen, die uͤber al-
le buͤrgerliche Modifications hinweg zu
denken verſtehen, ohne ſich an einer zum
Nachtheil eines Dritten zu verſuͤndi-
gen —
Falk.
Nun?
[23]
keiner etwas wiſſen will. Ich mag dieſen
Ton angeben, ſo oft ich will, gegen wen
ich will; niemand will einſtimmen, immer
und aller Orten das tiefſte Stillſchweigen.
Falk.
Du meinſt —
Ernſt.
Jene Gleichheit, die Du mir als
Grundgeſetz des Ordens angegeben; Jene
Gleichheit, die meine ganze Seele mit ſo
unerwarteter Hofnung erfuͤllte, mit der
Hofnung ſie endlich in Geſellſchaft von
Menſchen athmen zu koͤnnen, die uͤber al-
le buͤrgerliche Modifications hinweg zu
denken verſtehen, ohne ſich an einer zum
Nachtheil eines Dritten zu verſuͤndi-
gen —
Falk.
Nun?
[23]
keiner etwas wiſſen will. Ich mag dieſen
Ton angeben, ſo oft ich will, gegen wen
ich will; niemand will einſtimmen, immer
und aller Orten das tiefſte Stillſchweigen.
Falk.
Du meinſt —
Ernſt.
Jene Gleichheit, die Du mir als
Grundgeſetz des Ordens angegeben; Jene
Gleichheit, die meine ganze Seele mit ſo
unerwarteter Hofnung erfuͤllte, mit der
Hofnung ſie endlich in Geſellſchaft von
Menſchen athmen zu koͤnnen, die uͤber al-
le buͤrgerliche Modifications hinweg zu
denken verſtehen, ohne ſich an einer zum
Nachtheil eines Dritten zu verſuͤndi-
gen —
Falk.
Nun?
24
[24]
Ernſt.
Sie waͤre noch! Wenn ſie jemals ge-
weſen! — Laß einen aufgeklaͤrten Juden
kommen, und ſich melden! Ja heißt
es „ein Jude? Chriſt wenigſtens muß
freylich der Freymaurer ſeyn Es iſt
nun gleichviel was fuͤr ein Chriſt. Oh-
ne Unterſchied der Religion, heißt nur,
ohne Unterſchied der drey im heiligen
roͤmiſchen Reiche oͤffentlich geduldeten Re-
ligionen — Meinſt du auch ſo?
Falk.
Ich nun wohl nicht.
Ernſt.
Laß einen ehrlichen Schuſter, der bey
ſeinem Leiſte Muße genug hat, manchen
guten Gedanken zu haben (waͤre es auch
ein Jacob Boͤhme und Hans Sachſe) laß
[24]
Ernſt.
Sie waͤre noch! Wenn ſie jemals ge-
weſen! — Laß einen aufgeklaͤrten Juden
kommen, und ſich melden! Ja heißt
es ein Jude? Chriſt wenigſtens muß
freylich der Freymaurer ſeyn. Es iſt
nun gleichviel was fuͤr ein Chriſt. Oh-
ne Unterſchied der Religion, heißt nur,
ohne Unterſchied der drey im heiligen
roͤmiſchen Reiche oͤffentlich geduldeten
Religionen — Meinſt du auch ſo?
Falk.
Ich nun wohl nicht.
Ernſt.
Laß einen ehrlichen Schuſter, der bey
ſeinem Leiſte Muße genug hat, manchen
guten Gedanken zu haben (waͤre es auch
ein Jacob Boͤhme und Hans Sachſe) laß
[24]
Ernſt.
Sie waͤre noch! Wenn ſie jemals ge-
weſen! — Laß einen aufgeklaͤrten Juden
kommen, und ſich melden! Ja heißt
es ein Jude? Chriſt wenigſtens muß
freylich der Freymaurer ſeyn. Es iſt
nun gleichviel was fuͤr ein Chriſt. Oh-
ne Unterſchied der Religion, heißt nur,
ohne Unterſchied der drey im heiligen
roͤmiſchen Reiche oͤffentlich geduldeten
Religionen — Meinſt du auch ſo?
Falk.
Ich nun wohl nicht.
Ernſt.
Laß einen ehrlichen Schuſter, der bey
ſeinem Leiſte Muße genug hat, manchen
guten Gedanken zu haben (waͤre es auch
ein Jacob Boͤhme und Hans Sachſe) laß
25
[25]
ihn kommen, und ſich melden! Ja
heißt es ein Schuſter! freylich ein
Schuſter — Laß einen treulich erfahrnen
Dienſtbothen kommen und ſich melden —
Ja heißt es dergleichen Leute frey-
lich, die ſich die Farbe zu ihrem Rocke
nicht ſelbſt waͤhlen — Wir ſind unter
uns ſo gute Geſellſchaft —
Falk.
Und wie gute Geſellſchaft ſind ſie denn?
Ernſt.
Ey nun! Daran habe ich allerdings
weiter nichts auszuſetzen, als daß es nur
gute Geſellſchaft iſt, die man in der Welt
ſo muͤde wird — Prinzen, Grafen, Herrn,
Officiere, Raͤthe von allerley Beſchlag,
Kaufleute, Kuͤnſtler — alle die ſchwaͤrmen
freylich ohne Unterſchied des Standes in
der Loge unter einander durch — Aber in
[25]
ihn kommen, und ſich melden! Ja
heißt es ein Schuſter! freylich ein
Schuſter — Laß einen treulich erfahrnen
Dienſtbothen kommen und ſich melden —
Ja heißt es dergleichen Leute frey-
lich, die ſich die Farbe zu ihrem Rocke
nicht ſelbſt waͤhlen — Wir ſind unter
uns ſo gute Geſellſchaft —
Falk.
Und wie gute Geſellſchaft ſind ſie denn?
Ernſt.
Ey nun! Daran habe ich allerdings
weiter nichts auszuſetzen, als daß es nur
gute Geſellſchaft iſt, die man in der Welt
ſo muͤde wird — Prinzen, Grafen, Herrn,
Officiere, Raͤthe von allerley Beſchlag,
Kaufleute, Kuͤnſtler — alle die ſchwaͤrmen
freylich ohne Unterſchied des Standes in
der Loge unter einander durch — Aber in
[25]
ihn kommen, und ſich melden! Ja
heißt es ein Schuſter! freylich ein
Schuſter — Laß einen treulich erfahrnen
Dienſtbothen kommen und ſich melden —
Ja heißt es dergleichen Leute frey-
lich, die ſich die Farbe zu ihrem Rocke
nicht ſelbſt waͤhlen — Wir ſind unter
uns ſo gute Geſellſchaft —
Falk.
Und wie gute Geſellſchaft ſind ſie denn?
Ernſt.
Ey nun! Daran habe ich allerdings
weiter nichts auszuſetzen, als daß es nur
gute Geſellſchaft iſt, die man in der Welt
ſo muͤde wird — Prinzen, Grafen, Herrn,
Officiere, Raͤthe von allerley Beſchlag,
Kaufleute, Kuͤnſtler — alle die ſchwaͤrmen
freylich ohne Unterſchied des Standes in
der Loge unter einander durch — Aber in
26
[26]
der That ſind doch alle nur von einem
Stande, und der iſt leider — — — —
Falk.
Das, war nun wohl zu meiner Zeit
nicht ſo — Aber doch! — Ich weiß nicht,
ich kann nur rathen — Ich bin zu lange
Zeit auſſer aller Verbindung mit Logen,
von welcher Art ſie auch ſeyn muͤſſen —
In die Loge vor jetzt, auf eine Zeit nicht
koͤnnen zugelaſſen werden, und von der
Freymaurerey ausgeſchloſſen ſeyn, ſind
doch noch zwey verſchiedene Dinge.
Ernſt.
Wie ſo?
Falk.
Weil Loge ſich zur Freymaurerey ver-
haͤlt, wie Kirche zum Glauben. Aus dem
aͤuſſeren Wohlſtande der Kirche iſt fuͤr
den Glauben der Glieder nichts, gar
[26]
der That ſind doch alle nur von einem
Stande, und der iſt leider — — — —
Falk.
Das, war nun wohl zu meiner Zeit
nicht ſo — Aber doch! — Ich weiß nicht,
ich kann nur rathen — Ich bin zu lange
Zeit auſſer aller Verbindung mit Logen,
von welcher Art ſie auch ſeyn muͤſſen —
In die Loge vor jetzt, auf eine Zeit nicht
koͤnnen zugelaſſen werden, und von der
Freymaurerey ausgeſchloſſen ſeyn, ſind
doch noch zwey verſchiedene Dinge.
Ernſt.
Wie ſo?
Falk.
Weil Loge ſich zur Freymaurerey ver-
haͤlt, wie Kirche zum Glauben. Aus dem
aͤuſſeren Wohlſtande der Kirche iſt fuͤr
den Glauben der Glieder nichts, gar
[26]
der That ſind doch alle nur von einem
Stande, und der iſt leider — — — —
Falk.
Das, war nun wohl zu meiner Zeit
nicht ſo — Aber doch! — Ich weiß nicht,
ich kann nur rathen — Ich bin zu lange
Zeit auſſer aller Verbindung mit Logen,
von welcher Art ſie auch ſeyn muͤſſen —
In die Loge vor jetzt, auf eine Zeit nicht
koͤnnen zugelaſſen werden, und von der
Freymaurerey ausgeſchloſſen ſeyn, ſind
doch noch zwey verſchiedene Dinge.
Ernſt.
Wie ſo?
Falk.
Weil Loge ſich zur Freymaurerey ver-
haͤlt, wie Kirche zum Glauben. Aus dem
aͤuſſeren Wohlſtande der Kirche iſt fuͤr
den Glauben der Glieder nichts, gar
27
[27]
nichts, zu ſchlieſſen. Vielmehr giebt es
einen gewiſſen aͤuſſerlichen Wohlſtand der-
ſelben, von dem es ein Wunder waͤre,
wenn er mit dem wahren Glauben beſte-
hen koͤnnte. Auch haben ſich beyde noch
nie vertragen, ſondern eins hat das an-
dere, wie die Geſchichte lehrt, immer zu
Grunde gerichtet. Und ſo auch, fuͤrchte
ich, fuͤrchte ich —
Ernſt.
Was?
Falk.
Kurz! Das Logen⸗Weſen, ſo wie ich
hoͤre, daß es itzt getrieben wird, will
mir gar nicht zu Kopfe. Eine Caſſe1 ha-
ben; Capitale machen; dieſe Capitale be-
legen; ſie auf den beſten Pfenning zu be-
nutzen ſuchen; ſich ankaufen wollen; von
Koͤnigen und Fuͤrſten ſich Privilegien ge-


ben
[27]
nichts, zu ſchlieſſen. Vielmehr giebt es
einen gewiſſen aͤuſſerlichen Wohlſtand der-
ſelben, von dem es ein Wunder waͤre,
wenn er mit dem wahren Glauben beſte-
hen koͤnnte. Auch haben ſich beyde noch
nie vertragen; ſondern eins hat das an-
dere, wie die Geſchichte lehrt, immer zu
Grunde gerichtet. Und ſo auch, fuͤrchte
ich, fuͤrchte ich —
Ernſt.
Was?
Falk.
Kurz! Das Logen⸗Weſen, ſo wie ich
hoͤre, daß es itzt getrieben wird, will
mir gar nicht zu Kopfe. Eine Caſſa1 ha-
ben; Capitale machen; dieſe Capitale be-
legen; ſie auf den beſten Pfenning zu be-
nutzen ſuchen; ſich ankaufen wollen; von
Koͤnigen und Fuͤrſten ſich Privilegien ge-


ben
[27]
nichts, zu ſchlieſſen. Vielmehr giebt es
einen gewiſſen aͤuſſerlichen Wohlſtand der-
ſelben, von dem es ein Wunder waͤre,
wenn er mit dem wahren Glauben beſte-
hen koͤnnte. Auch haben ſich beyde noch
nie vertragen; ſondern eins hat das an-
dere, wie die Geſchichte lehrt, immer zu
Grunde gerichtet. Und ſo auch, fuͤrchte
ich, fuͤrchte ich —
Ernſt.
Was?
Falk.
Kurz! Das Logen⸗Weſen, ſo wie ich
hoͤre, daß es itzt getrieben wird, will
mir gar nicht zu Kopfe. Eine Caſſa1 ha-
ben; Capitale machen; dieſe Capitale be-
legen; ſie auf den beſten Pfenning zu be-
nutzen ſuchen; ſich ankaufen wollen; von
Koͤnigen und Fuͤrſten ſich Privilegien ge-


ben
28
[28] laſſen; das Anſehn und die Gewalt
derſelben zu Unterdruͤckung der Bruͤder
anwenden, die einer andern Obſervanz
ſind, als der, die man ſo gern zum We-
ſen der Sache machen moͤgte — Wenn
das in die1 Laͤnge gut geht! — Wie gern
will ich falſch prophezeyet haben!
Ernſt.
Je nun! Was kann denn werden?
Der Staat faͤhrt itzt nicht mehr ſo zu.
Und zudem ſind ja wohl unter den Per-
ſonen, die ſeine Geſetzen machen, oder
handhaben, ſelbſt ſchon zu viel Frey-
maurer —
Falk.
Gut! Wenn ſie alſo auch von dem
Staate nichts zu befuͤrchten haben, was
denkſt Du wird eine ſolche Verfaſſung fuͤr
Einfluß auf ſie ſelbſt haben? Gerathen
[28] laſſen; das Anſehn und die Gewalt
derſelben zu Unterdruͤckung der Bruͤder
anwenden, die einer andern Obſervanz
ſind, als der, die man ſo gern zum We-
ſen der Sache machen moͤgte — Wenn
das in der1 Laͤnge gut geht! — Wie gern
will ich falſch prophezeyet haben!
Ernſt.
Je nun! Was kann denn werden?
Der Staat faͤhrt itzt nicht mehr ſo zu.
Und zudem ſind ja wohl unter den Per-
ſonen, die ſeine Geſetzen machen, oder
handhaben, ſelbſt ſchon zu viel Frey-
maurer —
Falk.
Gut! Wenn ſie alſo auch von dem
Staate nichts zu befuͤrchten haben, was
denkſt Du wird eine ſolche Verfaſſung fuͤr
Einfluß auf ſie ſelbſt haben? Gerathen
[28] laſſen; das Anſehn und die Gewalt
derſelben zu Unterdruͤckung der Bruͤder
anwenden, die einer andern Obſervanz
ſind, als der, die man ſo gern zum We-
ſen der Sache machen moͤgte — Wenn
das in der1 Laͤnge gut geht! — Wie gern
will ich falſch prophezeyet haben!
Ernſt.
Je nun! Was kann denn werden?
Der Staat faͤhrt itzt nicht mehr ſo zu.
Und zudem ſind ja wohl unter den Per-
ſonen, die ſeine Geſetzen machen, oder
handhaben, ſelbſt ſchon zu viel Frey-
maurer —
Falk.
Gut! Wenn ſie alſo auch von dem
Staate nichts zu befuͤrchten haben, was
denkſt Du wird eine ſolche Verfaſſung fuͤr
Einfluß auf ſie ſelbſt haben? Gerathen
29
[29]
ſie dadurch nicht offenbar wieder dahin,
wovon ſie ſich losreiſſen wollten? Werden
ſie nicht aufhoͤren zu ſeyn, was ſie ſeyn
wollen? — Ich weiß nicht ob Du mich
ganz verſtehſt —
Ernſt.
Rede nur weiter!
Falk.
Zwar! — ja wohl — nichts dauert
ewig — Vielleicht ſoll dieſes eben der Weg
ſeyn, den die Vorſicht auserſehen, dem
ganzen jetzigen Schema der Freymaure-
rey ein Ende zu machen —
Ernſt.
Schema der Freymaurerey? Was nennſt
Du ſo? Schema ?
Falk.
Nun! Schema, Huͤlle, Einkleidung.
Ernſt.
Ich weiß noch nicht —
[29]
ſie dadurch nicht offenbar wieder dahin,
wovon ſie ſich losreiſſen wollten? Werden
ſie nicht aufhoͤren zu ſeyn, was ſie ſeyn
wollen? — Ich weiß nicht ob Du mich
ganz verſtehſt —
Ernſt.
Rede nur weiter!
Falk.
Zwar! — ja wohl — nichts dauert
ewig — Vielleicht ſoll dieſes eben der Weg
ſeyn, den die Vorſicht auserſehen, dem
ganzen jetzigen Schema der Freymaure-
rey ein Ende zu machen —
Ernſt.
Schema der Freymaurerey? Was nennſt
Du ſo? Schema ?
Falk.
Nun! Schema, Huͤlle, Einkleidung.
Ernſt.
Ich weiß noch nicht —
[29]
ſie dadurch nicht offenbar wieder dahin,
wovon ſie ſich losreiſſen wollten? Werden
ſie nicht aufhoͤren zu ſeyn, was ſie ſeyn
wollen? — Ich weiß nicht ob Du mich
ganz verſtehſt —
Ernſt.
Rede nur weiter!
Falk.
Zwar! — ja wohl — nichts dauert
ewig — Vielleicht ſoll dieſes eben der Weg
ſeyn, den die Vorſicht auserſehen, dem
ganzen jetzigen Schema der Freymaure-
rey ein Ende zu machen —
Ernſt.
Schema der Freymaurerey? Was nennſt
Du ſo? Schema ?
Falk.
Nun! Schema, Huͤlle, Einkleidung.
Ernſt.
Ich weiß noch nicht —
30
[30]
Falk.
Du wirſt doch nicht glauben, daß die
Freymaurer Freymaurerey geſpielt?
Ernſt.
Was iſt nun das? Die Freymaurer
nicht Freymaurerey geſpielt?
Falk.
Mit andern Worten! Meinſt Du denn,
daß das, was die Freymaurerey iſt, immer
Freymaurerey geheiſſen? — Aber ſieh!
Schon Mittag vorbey! Da kommen ja
bereits meine Gaͤſte! Du bleibſt doch?
Ernſt.
Ich wollte nicht, aber ich muß ja nun
wohl, denn mich erwartet eine doppelte
Saͤttigung.
Falk.
Nur bey Tiſche, bitte ich, kein Wort.
[30]
Falk.
Du wirſt doch nicht glauben, daß die
Freymaurer Freymaurerey geſpielt?
Ernſt.
Was iſt nun das? Die Freymaurer
nicht Freymaurerey geſpielt?
Falk.
Mit andern Worten! Meinſt Du denn,
daß das, was die Freymaurerey iſt, immer
Freymaurerey geheiſſen? — Aber ſieh!
Schon Mittag vorbey! Da kommen ja
bereits meine Gaͤſte! Du bleibſt doch?
Ernſt.
Ich wollte nicht, aber ich muß ja nun
wohl, denn mich erwartet eine doppelte
Saͤttigung.
Falk.
Nur bey Tiſche, bitte ich, kein Wort.
[30]
Falk.
Du wirſt doch nicht glauben, daß die
Freymaurer Freymaurerey geſpielt?
Ernſt.
Was iſt nun das? Die Freymaurer
nicht Freymaurerey geſpielt?
Falk.
Mit andern Worten! Meinſt Du denn,
daß das, was die Freymaurerey iſt, immer
Freymaurerey geheiſſen? — Aber ſieh!
Schon Mittag vorbey! Da kommen ja
bereits meine Gaͤſte! Du bleibſt doch?
Ernſt.
Ich wollte nicht, aber ich muß ja nun
wohl, denn mich erwartet eine doppelte
Saͤttigung.
Falk.
Nur bey Tiſche, bitte ich, kein Wort.
31
[31]
Fuͤnftes Geſpraͤch.

Ernſt.
Endlich ſind ſie fort ! — O die Schwaͤ-
tzer! — Und merkteſt Du denn nicht,
oder wollteſt Du denn nicht merken, daß
der eine mit der Warze an dem Kinn —
heiſſe er wie er will! — ein Freymaurer
iſt? Er klopfte ſo oft an.
Falk.
Ich hoͤrte ihn wohl. Ich merkte ſogar
in ſeinen Reden, was Dir wohl nicht ſo
aufgefallen — Er iſt von denen, die in
Europa fuͤr die Americaner fechten —
[31]
Fuͤnftes Geſpraͤch.

Ernſt.
Endlich ſind ſie fort ! — O die Schwaͤ-
tzer! — Und merkteſt Du denn nicht,
oder wollteſt Du denn nicht merken, daß
der eine mit der Warze an dem Kinn —
heiſſe er wie er will! — ein Freymaurer
iſt? Er klopfte ſo oft an.
Falk.
Ich hoͤrte ihn wohl. Ich merkte ſogar
in ſeinen Reden, was Dir wohl nicht ſo
aufgefallen — Er iſt von denen, die in
Europa fuͤr die Americaner fechten —
[31]
Fuͤnftes Geſpraͤch.

Ernſt.
Endlich ſind ſie fort ! — O die Schwaͤ-
tzer! — Und merkteſt Du denn nicht,
oder wollteſt Du denn nicht merken, daß
der eine mit der Warze an dem Kinn —
heiſſe er wie er will! — ein Freymaurer
iſt? Er klopfte ſo oft an.
Falk.
Ich hoͤrte ihn wohl. Ich merkte ſogar
in ſeinen Reden, was Dir wohl nicht ſo
aufgefallen — Er iſt von denen, die in
Europa fuͤr die Americaner fechten —
32
[32]
Ernſt.
Das waͤre nicht das Schlimſte1 an ihm.
Falk.
Und hat die Grille, daß der Congreß
eine Loge iſt; daß da endlich die Frey-
maurerey ihr Reich mit gewafneter Hand
gruͤndet.
Ernſt.
Giebt es auch ſolche Traͤumer?
Falk.
Es muß doch wohl.
Ernſt.
Und woraus nimſt Du dieſen Wurm
ihm ab?
Falk.
Aus einem Zuge, der Dir auch ſchon
einmal kenntlich werden wird.
[32]
Ernſt.
Das waͤre nicht das Schlimmſte1 an ihm.
Falk.
Und hat die Grille, daß der Congreß
eine Loge iſt; daß da endlich die Frey-
maurerey ihr Reich mit gewafneter Hand
gruͤndet.
Ernſt.
Giebt es auch ſolche Traͤumer?
Falk.
Es muß doch wohl.
Ernſt.
Und woraus nimſt Du dieſen Wurm
ihm ab?
Falk.
Aus einem Zuge, der Dir auch ſchon
einmal kenntlich werden wird.
[32]
Ernſt.
Das waͤre nicht das Schlimmſte1 an ihm.
Falk.
Und hat die Grille, daß der Congreß
eine Loge iſt; daß da endlich die Frey-
maurerey ihr Reich mit gewafneter Hand
gruͤndet.
Ernſt.
Giebt es auch ſolche Traͤumer?
Falk.
Es muß doch wohl.
Ernſt.
Und woraus nimſt Du dieſen Wurm
ihm ab?
Falk.
Aus einem Zuge, der Dir auch ſchon
einmal kenntlich werden wird.
33
[33]
Ernſt.
Bey Gott! wenn ich wuͤßte, daß ich
mich in den Freymaurern gar ſo betro-
gen haͤtte! —
Falk.
Sey ohne Sorge, der Freymaurer er-
wartet ruhig den Aufgang der Sonne,
und laͤßt die Lichter brennen, ſo lange ſie
wollen und koͤnnen — Die Lichter aus-
loͤſchen und, wenn ſie ausgeloͤſcht ſind
erſt wahrnehmen, daß man die Stuͤmpfe
doch wieder anzuͤnden, oder wohl gar
andre Lichter wiederaufſtecken muß; das
iſt der Freymaurer Sache nicht.
Ernſt.
Das denke ich auch — Was Blut ko-
ſtet iſt gewiß kein Blut werth.
[33]
Ernſt.
Bey Gott! wenn ich wuͤßte, daß ich
mich in den Freymaurern gar ſo betro-
gen haͤtte! —
Falk.
Sey ohne Sorge, der Freymaurer er-
wartet ruhig den Aufgang der Sonne,
und laͤßt die Lichter brennen, ſo lange ſie
wollen und koͤnnen — Die Lichter aus-
loͤſchen und, wenn ſie ausgeloͤſcht ſind
erſt wahrnehmen, daß man die Stuͤmpfe
doch wieder anzuͤnden, oder wohl gar
andre Lichter wiederaufſtecken muß; das
iſt der Freymaurer Sache nicht.
Ernſt.
Das denke ich auch — Was Blut ko-
ſtet iſt gewiß kein Blut werth.
[33]
Ernſt.
Bey Gott! wenn ich wuͤßte, daß ich
mich in den Freymaurern gar ſo betro-
gen haͤtte! —
Falk.
Sey ohne Sorge, der Freymaurer er-
wartet ruhig den Aufgang der Sonne,
und laͤßt die Lichter brennen, ſo lange ſie
wollen und koͤnnen — Die Lichter aus-
loͤſchen und, wenn ſie ausgeloͤſcht ſind
erſt wahrnehmen, daß man die Stuͤmpfe
doch wieder anzuͤnden, oder wohl gar
andre Lichter wiederaufſtecken muß; das
iſt der Freymaurer Sache nicht.
Ernſt.
Das denke ich auch — Was Blut ko-
ſtet iſt gewiß kein Blut werth.
34
[34]
Falk.
Vortreflich! — nun frage, was Du
willſt! Ich muß Dir antworten.
Ernſt.
So wird meines Fragens kein Ende
ſeyn.
Falk.
Nur kannſt Du den Anfang nicht fin-
den.
Ernſt.
Verſtand ich Dich, oder verſtand ich
Dich nicht, als wir unterbrochen wur-
den? Widerſprichſt Du Dir, oder wider-
ſprichſt Du Dir nicht? — Denn aller-
dings, als Du mir einmal ſagteſt: Die
Freymaurerey ſey immer geweſen, ver-
ſtand ich es alſo, daß nicht allein ihr
Weſen, ſondern auch ihre gegenwaͤrtige
[34]
Falk.
Vortreflich! — nun frage, was Du
willſt! Ich muß Dir antworten.
Ernſt.
So wird meines Fragens kein Ende
ſeyn.
Falk.
Nur kannſt Du den Anfang nicht fin-
den.
Ernſt.
Verſtand ich Dich, oder verſtand ich
Dich nicht, als wir unterbrochen wur-
den? Widerſprichſt Du Dir, oder wider-
ſprichſt Du Dir nicht? — Denn aller-
dings, als Du mir einmal ſagteſt: Die
Freymaurerey ſey immer geweſen, ver-
ſtand ich es alſo, daß nicht allein ihr
Weſen, ſondern auch ihre gegenwaͤrtige
[34]
Falk.
Vortreflich! — nun frage, was Du
willſt! Ich muß Dir antworten.
Ernſt.
So wird meines Fragens kein Ende
ſeyn.
Falk.
Nur kannſt Du den Anfang nicht fin-
den.
Ernſt.
Verſtand ich Dich, oder verſtand ich
Dich nicht, als wir unterbrochen wur-
den? Widerſprichſt Du Dir, oder wider-
ſprichſt Du Dir nicht? — Denn aller-
dings, als Du mir einmal ſagteſt: Die
Freymaurerey ſey immer geweſen, ver-
ſtand ich es alſo, daß nicht allein ihr
Weſen, ſondern auch ihre gegenwaͤrtige
35
[35]
Verfaſſung ſich von undenklichen Zeiten
herſchreibe.
Falk.
Wenn es mit beiden einerley Bewandt-
niß haͤtte! — Ihrem Weſen nach iſt die
Freymaurerey eben ſo alt, als die buͤr-
gerliche Geſellſchaft. Beyde1 konnten nicht
anders als miteinander entſtehen —
Wenn nicht gar die buͤrgerliche Geſell-
ſchaft nur ein Sproͤßling der Freymaure-
rey iſt, denn die Flamme im Brennpuncte
iſt auch Ausfluß der Sonne.
Ernſt.
Auch mir ſchimmert das ſo vor —
Falk.
Es ſey aber Mutter und Tochter, oder
Schweſter und Schweſter; ihr beiderſeiti-
ges Schickſal hat immer wechſelſeitig in
[35]
Verfaſſung ſich von undenklichen Zeiten
herſchreibe.
Falk.
Wenn es mit beiden einerley Bewandt-
niß haͤtte! — Ihrem Weſen nach iſt die
Freymaurerey eben ſo alt, als die buͤr-
gerliche Geſellſchaft. Beide1 konnten nicht
anders als miteinander entſtehen —
Wenn nicht gar die buͤrgerliche Geſell-
ſchaft nur ein Sproͤßling der Freymaure-
rey iſt, denn die Flamme im Brennpuncte
iſt auch Ausfluß der Sonne.
Ernſt.
Auch mir ſchimmert das ſo vor —
Falk.
Es ſey aber Mutter und Tochter, oder
Schweſter und Schweſter; ihr beiderſeiti-
ges Schickſal hat immer wechſelſeitig in
[35]
Verfaſſung ſich von undenklichen Zeiten
herſchreibe.
Falk.
Wenn es mit beiden einerley Bewandt-
niß haͤtte! — Ihrem Weſen nach iſt die
Freymaurerey eben ſo alt, als die buͤr-
gerliche Geſellſchaft. Beyde1 konnten nicht
anders als miteinander entſtehen —
Wenn nicht gar die buͤrgerliche Geſell-
ſchaft nur ein Sproͤßling der Freymaure-
rey iſt, denn die Flamme im Brennpuncte
iſt auch Ausfluß der Sonne.
Ernſt.
Auch mir ſchimmert das ſo vor —
Falk.
Es ſey aber Mutter und Tochter, oder
Schweſter und Schweſter; ihr beiderſeiti-
ges Schickſal hat immer wechſelſeitig in
36
[36]
einander gewuͤrkt. Wo ſich die buͤrgerli-
che Geſellſchaft befand, befand ſich aller
Orten auch die Freymaurerey, und ſo
umgekehrt. Es war immer das ſicherſte
Kennzeichen einer geſunden, nervoͤſen
Staatsverfaſſung, wenn ſich die Frey-
maurerey neben ihr blicken ließ; ſo wie
es noch jetzt das ohnfehlbare Merkmal
eines ſchwachen, furchtſamen Staats iſt,
wenn er das nicht oͤffentlich dulden will,
was er in Geheim doch dulden muß, er
mag wollen oder nicht.
Ernſt.
Zu verſtehen: die Freymaurerey!
Falk.
Sicherlich! — Denn die beruht im
Grunde nicht auf aͤuſſerliche Verbindun-
gen, die ſo leicht in buͤrgerliche Anord-


nungen
[36]
einander gewuͤrkt. Wo ſich die buͤrgerli-
che Geſellſchaft befand, befand ſich aller
Orten auch die Freymaurerey, und ſo
umgekehrt. Es war immer das ſicherſte
Kennzeichen einer geſunden, nervoͤſen
Staatsverfaſſung, wenn ſich die Frey-
maurerey neben ihr blicken ließ; ſo wie
es noch jetzt das ohnfehlbare Merkmal
eines ſchwachen, furchtſamen Staats iſt,
wenn er das nicht oͤffentlich dulden will,
was er in Geheim doch dulden muß, er
mag wollen oder nicht.
Ernſt.
Zu verſtehen: die Freymaurerey!
Falk.
Sicherlich! — Denn die beruht im
Grunde nicht auf aͤuſſerliche Verbindun-
gen, die ſo leicht in buͤrgerliche Anord-


nungen
[36]
einander gewuͤrkt. Wo ſich die buͤrgerli-
che Geſellſchaft befand, befand ſich aller
Orten auch die Freymaurerey, und ſo
umgekehrt. Es war immer das ſicherſte
Kennzeichen einer geſunden, nervoͤſen
Staatsverfaſſung, wenn ſich die Frey-
maurerey neben ihr blicken ließ; ſo wie
es noch jetzt das ohnfehlbare Merkmal
eines ſchwachen, furchtſamen Staats iſt,
wenn er das nicht oͤffentlich dulden will,
was er in Geheim doch dulden muß, er
mag wollen oder nicht.
Ernſt.
Zu verſtehen: die Freymaurerey!
Falk.
Sicherlich! — Denn die beruht im
Grunde nicht auf aͤuſſerliche Verbindun-
gen, die ſo leicht in buͤrgerliche Anord-


nungen
37
[37] ausarten; ſondern auf das Ge-
fuͤhl gemeinſchaftlich ſympathiſierender Gei-
ſter.
Ernſt.
Und wer unterfaͤngt ſich denen zu ge-
biethen?
Falk.
Indeß hat freylich die Freymaurerey
immer und aller Orten ſich nach der
buͤrgerlichen Geſellſchaft ſchmiegen und
biegen muͤſſen, denn dieſe war ſtets die
ſtaͤrkere. So mancherley die buͤrgerliche
Geſellſchaft geweſen, ſo mancherley For-
men hat auch die Freymaurerey anzuneh-
men ſich nicht entbrechen koͤnnen, und
hatte jede neue Form, wie natuͤrlich, ih-
ren neuen Namen. Wie kannſt Du glau-
ben, daß der Name Freymaurerey aͤlter
ſeyn werde, als diejenige herrſchende
[37] ausarten, ſondern auf das Ge-
fuͤhl gemeinſchaftlich ſympathiſierender
Geiſter.
Ernſt.
Und wer unterfaͤngt ſich denen zu ge-
biethen?
Falk.
Indeß hat freylich die Freymaurerey
immer und aller Orten ſich nach der
buͤrgerlichen Geſellſchaft ſchmiegen und
biegen muͤſſen, denn dieſe war ſtets die
ſtaͤrkere. So mancherley die buͤrgerliche
Geſellſchaft geweſen, ſo mancherley For-
men hat auch die Freymaurerey anzuneh-
men ſich nicht entbrechen koͤnnen, und
hatte jede neue Form, wie natuͤrlich, ih-
ren neuen Namen. Wie kannſt Du glau-
ben, daß der Name Freymaurerey aͤlter
ſeyn werde, als diejenige herrſchende
[37] ausarten, ſondern auf das Ge-
fuͤhl gemeinſchaftlich ſympathiſierender
Geiſter.
Ernſt.
Und wer unterfaͤngt ſich denen zu ge-
biethen?
Falk.
Indeß hat freylich die Freymaurerey
immer und aller Orten ſich nach der
buͤrgerlichen Geſellſchaft ſchmiegen und
biegen muͤſſen, denn dieſe war ſtets die
ſtaͤrkere. So mancherley die buͤrgerliche
Geſellſchaft geweſen, ſo mancherley For-
men hat auch die Freymaurerey anzuneh-
men ſich nicht entbrechen koͤnnen, und
hatte jede neue Form, wie natuͤrlich, ih-
ren neuen Namen. Wie kannſt Du glau-
ben, daß der Name Freymaurerey aͤlter
ſeyn werde, als diejenige herrſchende
38
[38]
Denkungsart der Staaten, nach der ſie
genau abgewogen worden?
Ernſt.
Und welches iſt dieſe herrſchende Den-
kungsart?
Falk.
Das bleibt Deiner eigenen Nachfor-
ſchung uͤberlaſſen — Genug, wenn ich
Dir ſage, daß der Name Freymaurer,
ein Glied unſerer geheimen Verbruͤderung
anzuzeigen, vor dem Anfange dieſes lau-
fenden Jahrhunderts nie gehoͤrt worden.
Er koͤmmt zuverlaͤßig vor dieſer Zeit in
keinem gedruckten Buche vor, und den
will ich ſehen, der mir ihn auch nur in
einer geſchriebenen aͤlteren Urkunde zeigen
will.
Ernſt.
Das heißt: den deutſchen Namen.
[38]
Denkungsart der Staaten, nach der ſie
genau abgewogen worden?
Ernſt.
Und welches iſt dieſe herrſchende Den-
kungsart?
Falk.
Das bleibt Deiner eigenen Nachfor-
ſchung uͤberlaſſen — Genug, wenn ich
Dir ſage, daß der Name Freymaurer,
ein Glied unſerer geheimen Verbruͤderung
anzuzeigen, vor dem Anfange dieſes lau-
fenden Jahrhunderts nie gehoͤrt worden.
Er koͤmmt zuverlaͤßig vor dieſer Zeit in
keinem gedruckten Buche vor, und den
will ich ſehen, der mir ihn auch nur in
einer geſchriebenen aͤlteren Urkunde zeigen
will.
Ernſt.
Das heißt: den deutſchen Namen.
[38]
Denkungsart der Staaten, nach der ſie
genau abgewogen worden?
Ernſt.
Und welches iſt dieſe herrſchende Den-
kungsart?
Falk.
Das bleibt Deiner eigenen Nachfor-
ſchung uͤberlaſſen — Genug, wenn ich
Dir ſage, daß der Name Freymaurer,
ein Glied unſerer geheimen Verbruͤderung
anzuzeigen, vor dem Anfange dieſes lau-
fenden Jahrhunderts nie gehoͤrt worden.
Er koͤmmt zuverlaͤßig vor dieſer Zeit in
keinem gedruckten Buche vor, und den
will ich ſehen, der mir ihn auch nur in
einer geſchriebenen aͤlteren Urkunde zeigen
will.
Ernſt.
Das heißt: den deutſchen Namen.
39
[39]
Falk.
Nein, nein! auch das urſpruͤngliche ‚Free-‘
Maſon‘, ſo wie alle darnach gemodelte
Ueberſetzungen, in welcher Sprache es
auch ſeyn mag.
Ernſt.
Nicht doch! — Beſinne Dich — In
keinem gedruckten Buche vor dem Anfan-
ge des laufenden Jahrhunderts? In kei-
nem?
Falk.
In keinem.
Ernſt.
Gleichwohl habe ich ſelbſt —
Falk.
So? — Iſt auch Dir von dem Stau-
be etwas in die Augen geflogen, den
[39]
Falk.
Nein, nein! auch das urſpruͤngliche ‚Free‘-
Maſon‘, ſo wie alle darnach gemodelte
Ueberſetzungen, in welcher Sprache es
auch ſeyn mag.
Ernſt.
Nicht doch! — Beſinne Dich — In
keinem gedruckten Buche vor dem Anfan-
ge des laufenden Jahrhunderts? In kei-
nem?
Falk.
In keinem.
Ernſt.
Gleichwohl habe ich ſelbſt —
Falk.
So? — Iſt auch Dir von dem Stau-
be etwas in die Augen geflogen, den
[39]
Falk.
Nein, nein! auch das urſpruͤngliche ‚Free‘-
Maſon‘, ſo wie alle darnach gemodelte
Ueberſetzungen, in welcher Sprache es
auch ſeyn mag.
Ernſt.
Nicht doch! — Beſinne Dich — In
keinem gedruckten Buche vor dem Anfan-
ge des laufenden Jahrhunderts? In kei-
nem?
Falk.
In keinem.
Ernſt.
Gleichwohl habe ich ſelbſt —
Falk.
So? — Iſt auch Dir von dem Stau-
be etwas in die Augen geflogen, den
40
[40]
man um ſich zu werfen noch nicht auf-
hoͤrt?
Ernſt.
Aber doch die Stelle im —
Falk.
In der Londinopolis? Nicht wahr? —
Staub!
Ernſt.
Und die Parlaments⸗Acte unter Hein-
rich dem ſechſten?
Falk.
Staub!
Ernſt.
Und die großen Privilegia, die Carl
der elfte, Koͤnig von Schweden, der Lo-
ge von Gothenburg ertheilte?
Falk.
Staub!
[40]
man um ſich zu werfen noch nicht auf-
hoͤrt?
Ernſt.
Aber doch die Stelle im —
Falk.
In der Londinopolis? Nicht wahr? —
Staub!
Ernſt.
Und die Parlaments⸗Acte unter Hein-
rich dem ſechſten?
Falk.
Staub!
Ernſt.
Und die großen Privilegia, die Carl
der elfte, Koͤnig von Schweden, der Lo-
ge von Gothenburg ertheilte?
Falk.
Staub!
[40]
man um ſich zu werfen noch nicht auf-
hoͤrt?
Ernſt.
Aber doch die Stelle im —
Falk.
In der Londinopolis? Nicht wahr? —
Staub!
Ernſt.
Und die Parlaments⸗Acte unter Hein-
rich dem ſechſten?
Falk.
Staub!
Ernſt.
Und die großen Privilegia, die Carl
der elfte, Koͤnig von Schweden, der Lo-
ge von Gothenburg ertheilte?
Falk.
Staub!
41
[41]
Ernſt.
Und Locke?
Falk.
Was fuͤr ein Locke?
Ernſt.
Der Philoſoph — Sein Schreiben an
den Grafen von Pembrock; ſeine Anmer-
kungen uͤber ein Verhoͤr, von Heinrich
des ſechſten eigener Hand geſchrieben?
Falk.
Das muß ja wohl ein ganz neuer Fund
ſeyn; den kenne ich nicht — Aber wieder
Heinrich der Sechſte? — Staub! und
nichts als Staub!
Ernſt.
Nimmermehr!
[41]
Ernſt.
Und Locke?
Falk.
Was fuͤr ein Locke?
Ernſt.
Der Philoſoph — Sein Schreiben an
den Grafen von Pembrock; ſeine Anmer-
kungen uͤber ein Verhoͤr, von Heinrich
des ſechſten eigener Hand geſchrieben?
Falk.
Das muß ja wohl ein ganz neuer Fund
ſeyn; den kenne ich nicht — Aber wieder
Heinrich der Sechſte? — Staub! und
nichts als Staub!
Ernſt.
Nimmermehr!
[41]
Ernſt.
Und Locke?
Falk.
Und1 was fuͤr ein Locke?
Ernſt.
Der Philoſoph — Sein Schreiben an
den Grafen von Pembrock; ſeine Anmer-
kungen uͤber ein Verhoͤr, von Heinrich
des ſechſten eigener Hand geſchrieben?
Falk.
Das muß ja wohl ein ganz neuer Fund
ſeyn; den kenne ich nicht — Aber wieder
Heinrich der Sechſte? — Staub! und
nichts als Staub!
Ernſt.
Nimmermehr!
42
[42]
Falk.
Weißt Du einen gelinderen Namen fuͤr
Wort⸗Verdrehungen, fuͤr untergeſchobene
Urkunden?
Ernſt.
Und das haͤtten ſie ſo lange vor den
Augen der Welt ungeruͤgt treiben duͤrfen?
Falk.
Warum nicht? der Klugen ſind viel zu
wenig, als daß ſie allen Geckereyen,
gleich bey ihrem Entſtehen, wiederſprechen
koͤnnten. Genug, daß bey ihnen keine
Verjaͤhrung Statt findet — Freylich waͤ-
re es beſſer, wenn man vor dem Publico
ganz und gar keine Geckereyen unternaͤh-
me, denn gerade das Veraͤchtlichſte iſt,
daß ſich niemand die Muͤhe nimt, ſich
ihnen entgegen zu ſtellen, wodurch ſie mit
[42]
Falk.
Weißt Du einen gelinderen Namen fuͤr
Wort⸗ Verdrehungen, fuͤr untergeſchobene
Urkunden?
Ernſt.
Und das haͤtten ſie ſo lange vor den
Augen der Welt ungeruͤgt treiben duͤrfen?
Falk.
Warum nicht? der Klugen ſind viel zu
wenig, als daß ſie allen Geckereyen,
gleich bey ihrem Entſtehen, wiederſprechen
koͤnnten. Genug, daß bey ihnen keine
Verjaͤhrung Statt findet — Freylich waͤ-
re es beſſer, wenn man vor dem Publico
ganz und gar keine Geckereyen unternaͤh-
me, denn gerade das Veraͤchtlichſte iſt,
daß ſich niemand die Muͤhe nimt, ſich
ihnen entgegen zu ſtellen, wodurch ſie mit
[42]
Falk.
Weißt Du einen gelinderen Namen fuͤr
Wort⸗Verdrehungen, fuͤr untergeſchobene
Urkunden?
Ernſt.
Und das haͤtten ſie ſo lange vor den
Augen der Welt ungeruͤgt treiben duͤrfen?
Falk.
Warum nicht? der Klugen ſind viel zu
wenig, als daß ſie allen Geckereyen,
gleich bey ihrem Entſtehen, wiederſprechen
koͤnnten. Genug, daß bey ihnen keine
Verjaͤhrung Statt findet — Freylich waͤ-
re es beſſer, wenn man vor dem Publico
ganz und gar keine Geckereyen unternaͤh-
me, denn gerade das Veraͤchtlichſte iſt,
daß ſich niemand die Muͤhe nimt, ſich
ihnen entgegen zu ſtellen, wodurch ſie mit
43
[43]
dem Laufe der Zeit das Anſehn einer ſehr
ernſthaften, heiligen Sache gewinnen.
Da heißt es dann uͤber tauſend Jahren:
wuͤrde man denn ſo in die Welt haben
ſchreiben duͤrfen, wenn es nicht wahr
geweſen waͤre? Man hat dieſen glaub-
wuͤrdigen Maͤnnern damals nicht wie-
derſprochen, und Ihr wollt Ihnen jetzt
wiederſprechen?
Ernſt.
O Geſchichte! O Geſchichte! Was biſt
du?
Falk.
Anderſons kahle Rapſodie, in welcher
die Hiſtorie der Baukunſt fuͤr die Hiſtorie
des Ordens untergeſchoben wird, moͤgte
noch hingehen! Fuͤr einmal, und fuͤr da-
mals mogte das gut ſeyn — Dazu war
die Gauckeley ſo handgreiflich. — Aber
[43]
dem Laufe der Zeit das Anſehn einer ſehr
ernſthaften, heiligen Sache gewinnen.
Da heißt es dann uͤber tauſend Jahren:
wuͤrde man denn ſo in die Welt haben
ſchreiben duͤrfen, wenn es nicht wahr
geweſen waͤre? Man hat dieſen glaub-
wuͤrdigen Maͤnnern damals nicht wie-
derſprochen, und Ihr wollt Ihnen jetzt
wiederſprechen?
Ernſt.
O Geſchichte! O Geſchichte! Was biſt
du?
Falk.
Anderſons kahle Rapſodie, in welcher
die Hiſtorie der Baukunſt fuͤr die Hiſtorie
des Ordens untergeſchoben wird, moͤgte
noch hingehen! Fuͤr einmal, und fuͤr da-
mals mogte das gut ſeyn — Dazu war
die Gauckeley ſo handgreiflich. — Aber
[43]
dem Laufe der Zeit das Anſehn einer ſehr
ernſthaften, heiligen Sache gewinnen.
Da heißt es dann uͤber tauſend Jahren:
wuͤrde man denn ſo in die Welt haben
ſchreiben duͤrfen, wenn es nicht wahr
geweſen waͤre? Man hat dieſen glaub-
wuͤrdigen Maͤnnern damals nicht wie-
derſprochen, und Ihr wollt Ihnen jetzt
wiederſprechen?
Ernſt.
O Geſchichte! O Geſchichte! Was biſt
du?
Falk.
Anderſons kahle Rapſodie, in welcher
die Hiſtorie der Baukunſt fuͤr die Hiſtorie
des Ordens untergeſchoben wird, moͤgte
noch hingehen! Fuͤr einmal, und fuͤr da-
mals mogte das gut ſeyn — Dazu war
die Gauckeley ſo handgreiflich. — Aber
44
[44]
daß man noch jetzt auf dieſem moraſtigen
Grunde fortbauet, daß man noch immer
gedruckt behaupten will, was man muͤnd-
lich gegen einen ernſthaften Mann vorzu-
geben ſich ſchaͤmt, daß man zu Fortſe-
tzung eines Scherzes, den man laͤngſt
haͤtte ſollen fallen laſſen, ſich eine ‚forgery
erlaubt, auf welche, wenn ſie ein nichts-
wuͤrdiges buͤrgerliches Intereſſe betrifft1,
die ‚pillory‘ ſteht —
Ernſt.
Wenn es denn nun aber wahr waͤre,
daß hier mehr als Wortſpiel vorwaltete?
Wenn es nun wahr waͤre, daß das Ge-
heimniß des Ordens ſich von Alters her
unter dem homonymen Handwerke vor-
nemlich erhalten haͤtte? —
Falk.
Wenn es wahr waͤre?
[44]
daß man noch jetzt auf dieſem moraſtigen
Grunde fortbauet, daß man noch immer
gedruckt behaupten will, was man muͤnd-
lich gegen einen ernſthaften Mann vorzu-
geben ſich ſchaͤmt, daß man zu Fortſe-
tzung eines Scherzes, den man laͤngſt
haͤtte ſollen fallen laſſen, ſich eine ‚forgery
erlaubt, auf welche, wenn ſie ein nichts-
wuͤrdiges buͤrgerliches Intereſſe betrift1,
die ‚pillory‘ ſteht —
Ernſt.
Wenn es denn nun aber wahr waͤre,
daß hier mehr als Wortſpiel vorwaltete?
Wenn es nun wahr waͤre, daß das Ge-
heimniß des Ordens ſich von Alters her
unter dem homonymen Handwerke vor-
nemlich erhalten haͤtte? —
Falk.
Wenn es wahr waͤre?
[44]
daß man noch jetzt auf dieſem moraſtigen
Grunde fortbauet, daß man noch immer
gedruckt behaupten will, was man muͤnd-
lich gegen einen ernſthaften Mann vorzu-
geben ſich ſchaͤmt, daß man zu Fortſe-
tzung eines Scherzes, den man laͤngſt
haͤtte ſollen fallen laſſen, ſich eine ‚forgery
erlaubt, auf welche, wenn ſie ein nichts-
wuͤrdiges buͤrgerliches Intereſſe betrift1,
die ‚pillory‘ ſteht —
Ernſt.
Wenn es denn nun aber wahr waͤre,
daß hier mehr als Wortſpiel vorwaltete?
Wenn es nun wahr waͤre, daß das Ge-
heimniß des Ordens ſich von Alters her
unter dem homonymen Handwerke vor-
nemlich erhalten haͤtte? —
Falk.
Wenn es wahr waͤre?
45
[45]
Ernſt.
Und muß es nicht wahr ſeyn? — Denn
wie kaͤme der Orden ſonſt dazu, die Sym-
bole eben dieſes Handwerks zu entlehnen?
Eben dieſes? Und warum keines andern?
Falk.
Die Frage iſt allerdings verfaͤnglich.
Ernſt.
Ein ſolcher Umſtand muß doch eine Ur-
ſache haben?
Falk.
Und hat ſie.
Ernſt.
Und hat ſie? Und hat eine andere Ur-
ſache, als jene vermeinte?
Falk.
Eine ganz andre.
[45]
Ernſt.
Und muß es nicht wahr ſeyn? — Denn
wie kaͤme der Orden ſonſt dazu, die Sym-
bole eben dieſes Handwerks zu entlehnen?
Eben dieſes? Und warum keines andern?
Falk.
Die Frage iſt allerdings verfaͤnglich.
Ernſt.
Ein ſolcher Umſtand muß doch eine Ur-
ſache haben?
Falk.
Und hat ſie.
Ernſt.
Und hat ſie? Und hat eine andere Ur-
ſache, als jene vermeinte?
Falk.
Eine ganz andre.
[45]
Ernſt.
Und muß es nicht wahr ſeyn? — Denn
wie kaͤme der Orden ſonſt dazu, die Sym-
bole eben dieſes Handwerks zu entlehnen?
Eben dieſes? Und warum keines andern?
Falk.
Die Frage iſt allerdings verfaͤnglich.
Ernſt.
Ein ſolcher Umſtand muß doch eine Ur-
ſache haben?
Falk.
Und hat ſie.
Ernſt.
Und hat ſie? Und hat eine andere Ur-
ſache, als jene vermeinte?
Falk.
Eine ganz andre.
46
[46]
Ernſt.
Soll ich rathen, oder darf ich fragen?
Falk.
Wenn Du mir ſchon eher eine ganz
andere Frage gethan haͤtteſt, die ich laͤngſt
erwarten mußte, ſo wuͤrde Dir das Ra-
then nun nicht ſchwer fallen.
Ernſt.
Eine andere Frage, die Du laͤngſt haͤt-
teſt erwarten muͤſſen? —
Falk.
Denn, wenn ich Dir ſagte, daß das
was Freymaurerey iſt, nicht immer Frey-
maurerey geheiſſen, was war natuͤrlicher
und naͤher —
Ernſt.
Als zu fragen, wie es ſonſt geheiſſen?
— ja wohl! — So frage ich es denn nun.
[46]
Ernſt.
Soll ich rathen, oder darf ich fragen?
Falk.
Wenn Du mir ſchon eher eine ganz
andere Frage gethan haͤtteſt, die ich laͤngſt
erwarten mußte, ſo wuͤrde Dir das Ra-
then nun nicht ſchwer fallen.
Ernſt.
Eine andere Frage, die Du laͤngſt haͤt-
teſt erwarten muͤſſen? —
Falk.
Denn, wenn ich Dir ſagte, daß das
was Freymaurerey iſt, nicht immer Frey-
maurerey geheiſſen, was war natuͤrlicher
und naͤher —
Ernſt.
Als zu fragen, wie es ſonſt geheiſſen?
— ja wohl! — So frage ich es denn nun.
[46]
Ernſt.
Soll ich rathen, oder darf ich fragen?
Falk.
Wenn Du mir ſchon eher eine ganz
andere Frage gethan haͤtteſt, die ich laͤngſt
erwarten mußte, ſo wuͤrde Dir das Ra-
then nun nicht ſchwer fallen.
Ernſt.
Eine andere Frage, die Du laͤngſt haͤt-
teſt erwarten muͤſſen? —
Falk.
Denn, wenn ich Dir ſagte, daß das
was Freymaurerey iſt, nicht immer Frey-
maurerey geheiſſen, was war natuͤrlicher
und naͤher —
Ernſt.
Als zu fragen, wie es ſonſt geheiſſen?
— ja wohl! — So frage ich es denn nun.
47
[47]
Falk.
Wie die Freymaurerey geheiſſen, ehe ſie
Freymaurerey hieß, fragſt Du? — Maſ-
ſoney —
Ernſt.
Nun ja freylich! ‚Maſonry‘ auf Eng-
liſch —
Falk.
Auf Engliſch nicht ‚Maſonry‘, ſondern
Maſony‘. — Nicht von ‚Maſon‘, der Mau-
rer, ſondern von ‚Maſe‘, der Tiſch, die
Tafel.
Ernſt.
Maſe‘, der Tiſch? In welcher Sprache?
Falk.
In der Sprache der Angelſachſen, doch
nicht in dieſer allein, ſondern auch in der
Sprache der Gothen und Franken, folg-
lich ein urſpruͤnglich deutſches Wort, von
[47]
Falk.
Wie die Freymaurerey geheiſſen, ehe ſie
Freymaurerey hieß, fragſt Du? — Maſ-
ſoney —
Ernſt.
Nun ja freylich! ‚Maſonry‘ auf Eng-
liſch —
Falk.
Auf Engliſch nicht ‚Maſonry‘, ſondern
Maſony‘. — Nicht von ‚Maſon‘, der Mau-
rer, ſondern von ‚Maſe‘, der Tiſch, die
Tafel.
Ernſt.
Maſe‘, der Tiſch? In welcher Sprache?
Falk.
In der Sprache der Angelſachſen, doch
nicht in dieſer allein, ſondern auch in der
Sprache der Gothen und Franken, folg-
lich ein urſpruͤnglich deutſches Wort, von
[47]
Falk.
Wie die Freymaurerey geheiſſen, ehe ſie
Freymaurerey hieß, fragſt Du? — Maſ-
ſoney —
Ernſt.
Nun ja freylich! ‚Maſonry‘ auf Eng-
liſch —
Falk.
Auf Engliſch nicht ‚Maſonry‘, ſondern
Maſony‘. — Nicht von ‚Maſon‘, der Mau-
rer, ſondern von ‚Maſe‘, der Tiſch, die
Tafel.
Ernſt.
Maſe‘, der Tiſch? In welcher Sprache?
Falk.
In der Sprache der Angelſachſen, doch
nicht in dieſer allein, ſondern auch in der
Sprache der Gothen und Franken, folg-
lich ein urſpruͤnglich deutſches Wort, von
48
[48]
welchem noch jetzt ſo mancherley Abſtam-
mungen uͤblig ſind, oder doch ohnlaͤngſt
uͤblig waren, als: Maskopie, Masleidig,
Masgenoſſe; Selbſt Maſoney war zu
Luthers Zeiten noch haͤufig im Gebrauche;
Nur daß es ſeine gute Bedeutung ein we-
nig verſchlimmert hatte.
Ernſt.
Ich weiß weder von ſeiner guten, noch
von ſeiner verſchlimmerten Bedeutung.
Falk.
Aber die Sitte unſerer Vorfahren weißt
Du doch, auch die wichtigſten Dinge am
Tiſche zu uͤberlegen? — Maſe alſo der
Tiſch, und Maſoney eine geſchloſſene Tiſch-
geſellſchaft. Und wie aus einer geſchloſ-
ſenen, vertrauten Tiſchgeſellſchaft ein Sauf-
gelach worden, in welchem Verſtande
[48]
welchem noch jetzt ſo mancherley Abſtam-
mungen uͤblig ſind, oder doch ohnlaͤngſt
uͤblig waren, als: Maskopie, Masleidig,
Masgenoſſe; Selbſt Maſoney war zu
Luthers Zeiten noch haͤufig im Gebrauche;
Nur daß es ſeine gute Bedeutung ein we-
nig verſchlimmert hatte.
Ernſt.
Ich weiß weder von ſeiner guten, noch
von ſeiner verſchlimmerten Bedeutung.
Falk.
Aber die Sitte unſerer Vorfahren weißt
Du doch, auch die wichtigſten Dinge am
Tiſche zu uͤberlegen? — Maſe alſo der
Tiſch, und Maſoney eine geſchloſſene Tiſch-
geſellſchaft. Und wie aus einer geſchloſ-
ſenen, vertrauten Tiſchgeſellſchaft ein Sauf-
gelach worden, in welchem Verſtande
[48]
welchem noch jetzt ſo mancherley Abſtam-
mungen uͤblig ſind, oder doch ohnlaͤngſt
uͤblig waren, als: Maskopie, Masleidig,
Masgenoſſe; Selbſt Maſoney war zu
Luthers Zeiten noch haͤufig im Gebrauche;
Nur daß es ſeine gute Bedeutung ein we-
nig verſchlimmert hatte.
Ernſt.
Ich weiß weder von ſeiner guten, noch
von ſeiner verſchlimmerten Bedeutung.
Falk.
Aber die Sitte unſerer Vorfahren weißt
Du doch, auch die wichtigſten Dinge am
Tiſche zu uͤberlegen? — Maſe alſo der
Tiſch, und Maſoney eine geſchloſſene Tiſch-
geſellſchaft. Und wie aus einer geſchloſ-
ſenen, vertrauten Tiſchgeſellſchaft ein Sauf-
gelach worden, in welchem Verſtande
49
[49]
Agricola das Wort Maſonry1 braucht,
kannſt Du leicht abnehmen.
Ernſt.
Waͤre es dem Namen Loge vor eini-
ger Zeit bald beſſer gegangen?
Falk.
Vorher aber, ehe die Maſoneyen zum
Theil ſo ausarteten, und in der guten
Meinung des Publicums ſo herabkamen,
ſtanden ſie in deſto groͤſſerem Anſehn. Es
war kein Hof in Deutſchland, weder klein
noch groß, der nicht ſeine Maſoney hat-
te. Die alten Lieder⸗ und Geſchichts-

buͤcher ſind davon Zeugen. Eigene Ge-
baͤude, die mit den Schloͤſſern und Pal-
laͤſten der regierenden Herrn verbunden
oder benachbart waren, hatten von ihnen
ihre Benennung, von der man neuerer
Zeit ſo manche ungegruͤndete Auslegung
hat — Und was brauche ich Dir zu ih-


rem
[49]
Agricola das Wort Maſoney1 braucht,
kannſt Du leicht abnehmen.
Ernſt.
Waͤre es dem Namen Loge vor eini-
ger Zeit bald beſſer gegangen?
Falk.
Vorher aber, ehe die Maſoneyen zum
Theil ſo ausarteten, und in der guten
Meinung des Publicums ſo herabkamen,
ſtanden ſie in deſto groͤſſerem Anſehn. Es
war kein Hof in Deutſchland, weder klein
noch groß, der nicht ſeine Maſoney hat-
te. Die alten Lieder⸗ und Geſchichts-
buͤcher ſind davon Zeugen. Eigene Ge-
baͤude, die mit den Schloͤſſern und Pal-
laͤſten der regierenden Herrn verbunden
oder benachbart waren, hatten von ihnen
ihre Benennung, von der man neuerer
Zeit ſo manche ungegruͤndete Auslegung
hat — Und was brauche ich Dir zu ih-


rem
[49]
Agricola das Wort Maſoney1 braucht,
kannſt Du leicht abnehmen.
Ernſt.
Waͤre es dem Namen Loge vor eini-
ger Zeit bald beſſer gegangen?
Falk.
Vorher aber, ehe die Maſoneyen zum
Theil ſo ausarteten, und in der guten
Meinung des Publicums ſo herabkamen,
ſtanden ſie in deſto groͤſſerem Anſehn. Es
war kein Hof in Deutſchland, weder klein
noch groß, der nicht ſeine Maſoney hat-
te. Die alten Lieder⸗ und Geſchichts-
buͤcher ſind davon Zeugen. Eigene Ge-
baͤude, die mit den Schloͤſſern und Pal-
laͤſten der regierenden Herrn verbunden
oder benachbart waren, hatten von ihnen
ihre Benennung, von der man neuerer
Zeit ſo manche ungegruͤndete Auslegung
hat — Und was brauche ich Dir zu ih-

rem
50
[50] Ruhme mehr zu ſagen, als daß die
Geſellſchaft der runden Tafel die erſte
und aͤlteſte Maſoney war, von der ſie
insgeſammt abſtammen?
Ernſt.
Der runden Tafel? das ſteigt in ein
ſehr fabelhaftes Alterthum hinauf —
Falk.
Die Geſchichte des Koͤnigs Arthur ſey
ſo fabelhaft als ſie will, die runde Tafel
iſt ſo fabelhaft nicht.
Ernſt.
Arthur ſoll doch der Stifter derſelben
geweſen ſeyn.
Falk.
Mit Nichten! Auch nicht einmal der
Fabel nach — Arthur, oder ſein Vater,
hatten ſie von den Angelſachſen angenom-


men
[50] Ruhme mehr zu ſagen, als daß die
Geſellſchaft der runden Tafel die erſte
und aͤlteſte Maſoney war, von der ſie
insgeſammt abſtammen?
Ernſt.
Der runden Tafel? das ſteigt in ein
ſehr fabelhaftes Alterthum hinauf —
Falk.
Die Geſchichte des Koͤnigs Arthur ſey
ſo fabelhaft als ſie will, die runde Tafel
iſt ſo fabelhaft nicht.
Ernſt.
Arthur ſoll doch der Stifter derſelben
geweſen ſeyn.
Falk.
Mit Nichten! Auch nicht einmal der
Fabel nach — Arthur, oder ſein Vater,
hatten ſie von den Angelſachſen angenom-


men
[50] Ruhme mehr zu ſagen, als daß die
Geſellſchaft der runden Tafel die erſte
und aͤlteſte Maſoney war, von der ſie
insgeſammt abſtammen?
Ernſt.
Der runden Tafel? das ſteigt in ein
ſehr fabelhaftes Alterthum hinauf —
Falk.
Die Geſchichte des Koͤnigs Arthur ſey
ſo fabelhaft als ſie will, die runde Tafel
iſt ſo fabelhaft nicht.
Ernſt.
Arthur ſoll doch der Stifter derſelben
geweſen ſeyn.
Falk.
Mit Nichten! Auch nicht einmal der
Fabel nach — Arthur, oder ſein Vater,
hatten ſie von den Angelſachſen angenom-

men
51
[51], wie ſchon der Name Maſoney ver-
muthen laͤßt; Und was verſteht ſich mehr
von ſelbſt, als daß die Angelſachſen keine
Sitte nach England heruͤber brachten,
die ſie in ihrem Vaterlande1 nicht zuruͤck-
lieſſen? Auch ſieht man es an mehreren
deutſchen Voͤlkern damaliger Zeit, daß
der Hang, in und neben der großen buͤr-
gerlichen Geſellſchaft, kleinere vertraute
Geſellſchaften zu machen, ihnen eigen war.
Ernſt.
Hiermit meineſt Du? —
Falk.
Alles was ich Dir jetzt nur fluͤchtig
und vielleicht nicht mit der gehoͤrigen
Praͤciſion ſage, mache ich mich anheiſchig
das naͤchſtemal, daß ich mich mit Dir in
der Stadt unter meinen Buͤchern befinde,
[51], wie ſchon der Name Maſoney ver-
muthen laͤßt; Und was verſteht ſich mehr
von ſelbſt, als daß die Angelſachſen keine
Sitte nach England heruͤber brachten,
die ſie in ihrem Vaterland1 nicht zuruͤck-
lieſſen? Auch ſieht man es an mehreren
deutſchen Voͤlkern damaliger Zeit, daß
der Hang, in und neben der großen buͤr-
gerlichen Geſellſchaft, kleinere vertraute
Geſellſchaften zu machen, ihnen eigen war.
Ernſt.
Hiermit meineſt Du? —
Falk.
Alles was ich Dir jetzt nur fluͤchtig
und vielleicht nicht mit der gehoͤrigen
Praͤciſion ſage, mache ich mich anheiſchig
das naͤchſtemal, daß ich mich mit Dir in
der Stadt unter meinen Buͤchern befinde,
[51], wie ſchon der Name Maſoney ver-
muthen laͤßt; Und was verſteht ſich mehr
von ſelbſt, als daß die Angelſachſen keine
Sitte nach England heruͤber brachten,
die ſie in ihrem Vaterland1 nicht zuruͤck-
lieſſen? Auch ſieht man es an mehreren
deutſchen Voͤlkern damaliger Zeit, daß
der Hang, in und neben der großen buͤr-
gerlichen Geſellſchaft, kleinere vertraute
Geſellſchaften zu machen, ihnen eigen war.
Ernſt.
Hiermit meineſt Du? —
Falk.
Alles was ich Dir jetzt nur fluͤchtig
und vielleicht nicht mit der gehoͤrigen
Praͤciſion ſage, mache ich mich anheiſchig
das naͤchſtemal, daß ich mich mit Dir in
der Stadt unter meinen Buͤchern befinde,
52
[52]
ſchwarz auf weiß zu belegen — Hoͤre
mich jetzt nur, wie man das erſte Ge-
ruͤcht irgend einer großen Begebenheit
hoͤrt. Es reitzt die Neugierde mehr, als
daß es ſie befriedigt.
Ernſt.
Wo bliebſt1 Du?
Falk.
Die Maſoney alſo war eine deutſche
Sitte, welche die Sachſen nach England
verpflanzten. Die Gelehrten ſind uneinig,
wer die Maſe⸗Thonas unter ihnen wa-
ren, allem Anſehen nach die Edlen der
Maſoney, welche ſo tiefe Wurzeln in die-
ſem neuen Boden ſchlug, daß ſie unter
allen nachfolgenden Staats⸗ Veraͤnderun-
gen beyblieb, und ſich von Zeit zu Zeit
in der herrlichſten Bluͤthe zeigte. Beſon-


ders
[52]
ſchwarz auf weiß zu belegen — Hoͤre
mich jetzt nur, wie man das erſte Ge-
ruͤcht irgend einer großen Begebenheit
hoͤrt. Es reitzt die Neugierde mehr, als
daß es ſie befriedigt.
Ernſt.
Wo bleibſt1 Du?
Falk.
Die Maſoney alſo war eine deutſche
Sitte, welche die Sachſen nach England
verpflanzten. Die Gelehrten ſind uneinig,
wer die Maſe⸗Thonas unter ihnen wa-
ren, allem Anſehen nach die Edlen der
Maſoney, welche ſo tiefe Wurzeln in die-
ſem neuen Boden ſchlug, daß ſie unter
allen nachfolgenden Staats⸗ Veraͤnderun-
gen beyblieb, und ſich von Zeit zu Zeit
in der herrlichſten Bluͤthe zeigte. Beſon-


ders
[52]
ſchwarz auf weiß zu belegen — Hoͤre
mich jetzt nur, wie man das erſte Ge-
ruͤcht irgend einer großen Begebenheit
hoͤrt. Es reitzt die Neugierde mehr, als
daß es ſie befriedigt.
Ernſt.
Wo bleibſt1 Du?
Falk.
Die Maſoney alſo war eine deutſche
Sitte, welche die Sachſen nach England
verpflanzten. Die Gelehrten ſind uneinig,
wer die Maſe⸗Thonas unter ihnen wa-
ren, allem Anſehen nach die Edlen der
Maſoney, welche ſo tiefe Wurzeln in die-
ſem neuen Boden ſchlug, daß ſie unter
allen nachfolgenden Staats⸗Veraͤnderun-

gen beyblieb, und ſich von Zeit zu Zeit
in der herrlichſten Bluͤthe zeigte. Beſon-


ders
53
[53] waren die Maſoneyen der * * * im
zwoͤlften Jahrhundert und im dreyzehnten
in ſehr großem Rufe. Und ſo eine * * *
Maſoney war es, die ſich, bis zu Ende
des ſiebenzehnten Jahrhunderts, trotz der
Aufhebung des Ordens, mitten in Lon-
don
1 erhalten hatte — Und hier faͤngt die
Zeit an, wo die Fingerzeige der nieder-
geſchriebenen Hiſtorie freylich ermangeln;
Aber eine ſorgfaͤltig aufbewahrte Tradi-
tion, die ſo viel Merkmale der Wahrheit
hat, iſt bereit dieſen Mangel zu erſetzen.
Ernſt.
Und was hindert dieſe Tradition end-
lich einmal durch ſchriftliche Vorzeigungen
ſich zur Geſchichte zu erheben?
Falk.
Hindert? Nichts hindert! Alles raͤth
vielmehr dazu an — Wenigſtens fuͤhle ich,
[53] waren die Maſoneyen der * * * im
zwoͤlften Jahrhundert und im dreyzehnten
in ſehr großem Rufe. Und ſo eine * * *
Maſoney war es, die ſich, bis zu Ende
des ſiebenzehnten Jahrhunderts, trotz der
Aufhebung des Ordens, mitten in Lon-
den
1 erhalten hatte — Und hier faͤngt die
Zeit an, wo die Fingerzeige der nieder-
geſchriebenen Hiſtorie freylich ermangeln;
Aber eine ſorgfaͤltig aufbewahrte Tradi-
tion, die ſo viel Merkmale der Wahrheit
hat, iſt bereit dieſen Mangel zu erſetzen.
Ernſt.
Und was hindert dieſe Tradition end-
lich einmal durch ſchriftliche Vorzeigungen
ſich zur Geſchichte zu erheben?
Falk.
Hindert? Nichts hindert! Alles raͤth
vielmehr dazu an — Wenigſtens fuͤhle ich,
[53] waren die Maſoneyen der * * * im
zwoͤlften Jahrhundert und im dreyzehnten
in ſehr großem Rufe. Und ſo eine * * *
Maſoney war es, die ſich, bis zu Ende
des ſiebenzehnten Jahrhunderts, trotz der
Aufhebung des Ordens, mitten in Lon-
den
1 erhalten hatte — Und hier faͤngt die
Zeit an, wo die Fingerzeige der nieder-
geſchriebenen Hiſtorie freylich ermangeln;
Aber eine ſorgfaͤltig aufbewahrte Tradi-
tion, die ſo viel Merkmale der Wahrheit
hat, iſt bereit dieſen Mangel zu erſetzen.
Ernſt.
Und was hindert dieſe Tradition end-
lich einmal durch ſchriftliche Vorzeigungen
ſich zur Geſchichte zu erheben?
Falk.
Hindert? Nichts hindert! Alles raͤth
vielmehr dazu an — Wenigſtens fuͤhle ich,
54
[54]
ich fuͤhle mich berechtigt, ja verpflichtet,
Dir und Allen, welche ſich mit Dir in
dem nemlichen Falle befinden, laͤnger kein
Geheimniß daraus zu machen.
Ernſt.
Nun denn! — Ich bin in der aͤuſſer-
ſten Erwartung.
Falk.
Jene * * * Maſoney alſo, die noch zu
Ausgang des vorigen Jahrhunderts in Lon-
don
1 beſtand, aber in aller Stille beſtand,
hatte ihr Verſammlungshaus ohnfern der
Sanct Pauls⸗Kirche, die damals neu er-
bauet ward. Der Baumeiſter dieſer zwey-
ten Kirche der ganzen Welt war —
Ernſt.
Chriſtoph Wren —
[54]
ich fuͤhle mich berechtigt, ja verpflichtet,
Dir und Allen, welche ſich mit Dir in
dem nemlichen Falle befinden, laͤnger kein
Geheimniß daraus zu machen.
Ernſt.
Nun denn! — Ich bin in der aͤuſſer-
ſten Erwartung.
Falk.
Jene * * * Maſoney alſo, die noch zu
Ausgang des vorigen Jahrhunderts in Lon-
den
1 beſtand, aber in aller Stille beſtand,
hatte ihr Verſammlungshaus ohnfern der
Sanct Pauls⸗Kirche, die damals neu er-
bauet ward. Der Baumeiſter dieſer zwey-
ten Kirche der ganzen Welt war —
Ernſt.
Chriſtoph Wren —
[54]
ich fuͤhle mich berechtigt, ja verpflichtet,
Dir und Allen, welche ſich mit Dir in
dem nemlichen Falle befinden, laͤnger kein
Geheimniß daraus zu machen.
Ernſt.
Nun denn! — Ich bin in der aͤuſſer-
ſten Erwartung.
Falk.
Jene * * * Maſoney alſo, die noch zu
Ausgang des vorigen Jahrhunderts in Lon-
den
1 beſtand, aber in aller Stille beſtand,
hatte ihr Verſammlungshaus ohnfern der
Sanct Pauls⸗Kirche, die damals neu er-
bauet ward. Der Baumeiſter dieſer zwey-
ten Kirche der ganzen Welt war —
Ernſt.
Chriſtoph Wren —
55
[55]
Falk.
Und Du haſt den Schoͤpfer der ganzen
heutigen Freymaurerey genannt —
Ernſt.
Ihn?
Falk.
Kurz! Wren, der Baumeiſter der St.
Pauls⸗Kirche, in deren Naͤhe ſich eine
uralte Maſoney, von undenklichen Jahren
her, verſammlete, war ein Mitglied dieſer
Maſoney, welche er die dreißig Jahre
uͤber, die der Bau dauerte, um ſo oͤfte-
rer beſuchte.
Ernſt.
Ich fange an ein Misverſtaͤndniß zu
wittern.
[55]
Falk.
Und Du haſt den Schoͤpfer der ganzen
heutigen Freymaurerey genannt —
Ernſt.
Ihn?
Falk.
Kurz! Wren, der Baumeiſter der St.
Pauls⸗Kirche, in deren Naͤhe ſich eine
uralte Maſoney, von undenklichen Jahren
her, verſammlete, war ein Mitglied dieſer
Maſoney, welche er die dreißig Jahre
uͤber, die der Bau dauerte, um ſo oͤfte-
rer beſuchte.
Ernſt.
Ich fange an ein Misverſtaͤndniß zu
wittern.
[55]
Falk.
Und Du haſt den Schoͤpfer der ganzen
heutigen Freymaurerey genannt —
Ernſt.
Ihn?
Falk.
Kurz! Wren, der Baumeiſter der St.
Pauls⸗Kirche, in deren Naͤhe ſich eine
uralte Maſoney, von undenklichen Jahren
her, verſammlete, war ein Mitglied dieſer
Maſoney, welche er die dreißig Jahre
uͤber, die der Bau dauerte, um ſo oͤfte-
rer beſuchte.
Ernſt.
Ich fange an ein Misverſtaͤndniß zu
wittern.
56
[56]
Falk.
Nichts anders! Die wahre Bedeutung
des Worts Maſoney war bey dem engli-
ſchen Volke vergeſſen, verlohren — Eine
Maſony‘, die in der Naͤhe eines ſo wich-
tigen Baues lag, in der ſich der Meiſter
dieſes Baues ſo fleißig finden ließ, was
kann die anders ſeyn, als eine ‚Maſonry‘,
als eine Geſellſchaft von Bauverſtaͤndi-
gen, mit welchen Wren die vorfallenden
Schwierigkeiten uͤberlegt? —
Ernſt.
Natuͤrlich genug!
Falk.
Die Fortſetzung eines ſolchen Baues
einer ſolchen Kirche intereſſirte ganz Lon-
don
1. Um Nachrichten davon aus der
erſten Hand zu haben, bewarb ſich jeder,
[56]
Falk.
Nichts anders! Die wahre Bedeutung
des Worts Maſoney war bey dem engli-
ſchen Volke vergeſſen, verlohren — Eine
Maſony‘, die in der Naͤhe eines ſo wich-
tigen Baues lag, in der ſich der Meiſter
dieſes Baues ſo fleißig finden ließ, was
kann die anders ſeyn, als eine ‚Maſonry‘,
als eine Geſellſchaft von Bauverſtaͤndi-
gen, mit welchen Wren die vorfallenden
Schwierigkeiten uͤberlegt? —
Ernſt.
Natuͤrlich genug!
Falk.
Die Fortſetzung eines ſolchen Baues
einer ſolchen Kirche intereſſirte ganz Lon-
den
1. Um Nachrichten davon aus der
erſten Hand zu haben, bewarb ſich jeder,
[56]
Falk.
Nichts anders! Die wahre Bedeutung
des Worts Maſoney war bey dem engli-
ſchen Volke vergeſſen, verlohren — Eine
Maſony‘, die in der Naͤhe eines ſo wich-
tigen Baues lag, in der ſich der Meiſter
dieſes Baues ſo fleißig finden ließ, was
kann die anders ſeyn, als eine Maſonry,
als eine Geſellſchaft von Bauverſtaͤndi-
gen, mit welchen Wren die vorfallenden
Schwierigkeiten uͤberlegt? —
Ernſt.
Natuͤrlich genug!
Falk.
Die Fortſetzung eines ſolchen Baues
einer ſolchen Kirche intereſſirte ganz Lon-
den
1. Um Nachrichten davon aus der
erſten Hand zu haben, bewarb ſich jeder,
57
[57]
der einige Kenntniſſe von Baukunſt zu ha-
ben vermeinte, um Zutritt zu der vermeinten
Maſonry — und bewarb ſich vergebens.
Endlich — Du kennſt Chriſtoph Wren,
nicht blos dem Namen nach, Du weißt ,
welch ein erfindſamer, thaͤtiger Kopf er
war. Er hatte ehedem den Plan zu ei-
ner Societaͤt der Wiſſenſchaften entwerfen
helfen, welche ſpeculativiſche Wahrheiten
gemeinnuͤtziger, und dem buͤrgerlichen
Leben erſprießlicher machen ſollte. Auf
einmal fiel ihm das Gegenbild einer Gesell-
ſchaft bey, welche ſich von der Praxis
des buͤrgerlichen Lebens zur Specula-
tion erhoͤbe. Dort, dachte er, wuͤrde
unterſucht, was unter dem Wahren,
brauchbar; und hier, was unter dem
Brauchbaren, wahr waͤre. Wie, wenn
ich einige Grundſaͤtze der Maſoney
exoteriſch machte? Wie, wenn ich das,
[57]
der einige Kenntniſſe von Baukunſt zu ha-
ben vermeinte, um Zutritt zu der vermeinten
Maſonry — und bewarb ſich vergebens.
Endlich — Du kennſt Chriſtoph Wren,
nicht blos dem Namen nach, Du weißt ,
welch ein erfindſamer, thaͤtiger Kopf er
war. Er hatte ehedem den Plan zu ei-
ner Societaͤt der Wiſſenſchaften entwerfen
helfen, welche ſpeculativiſche Wahrheiten
gemeinnuͤtziger, und dem buͤrgerlichen
Leben erſprießlicher machen ſollte. Auf
einmal fiel ihm das Gegenbild einer Ge-
ſellſchaft bey, welche ſich von der Praxis
des buͤrgerlichen Lebens zur Specula-
tion erhoͤbe. Dort, dachte er, wuͤrde
unterſucht, was unter dem Wahren,
brauchbar; und hier, was unter dem
Brauchbaren, wahr waͤre. Wie, wenn
ich einige Grundſaͤtze der Maſoney
„ exoteriſch machte? Wie, wenn ich das,
[57]
der einige Kenntniſſe von Baukunſt zu ha-
ben vermeinte, um Zutritt zu der vermeinten
Maſonry — und bewarb ſich vergebens.
Endlich — Du kennſt Chriſtoph Wren,
nicht blos dem Namen nach, Du weißt,
welch ein erfindſamer, thaͤtiger Kopf er
war. Er hatte ehedem den Plan zu ei-
ner Societaͤt der Wiſſenſchaften entwerfen
helfen, welche ſpeculativiſche Wahrheiten
gemeinnuͤtziger, und dem buͤrgerlichen
Leben erſprießlicher machen ſollte. Auf
einmal fiel ihm das Gegenbild einer Ge-
ſellſchaft bey, welche ſich von der Praxis
des buͤrgerlichen Lebens zur Specula-
tion erhoͤbe. Dort, dachte er, wuͤrde
unterſucht, was unter dem Wahren,
brauchbar; und hier, was unter dem
Brauchbaren, wahr waͤre. Wie, wenn
ich einige Grundſaͤtze der Maſoney
exoteriſch machte? Wie, wenn ich das,
58
[58]
was ſich nicht exoteriſch machen laͤßt,
unter die Hieroglyphen und Symbole1
deſſelben Handwerks verſteckte, und
was man jetzt unter dem Worte ‚Ma-
ſonry
‘ verſteht, zu einer ‚Frée-Maſonry
erweiterte, an welcher Mehrere Theil
nehmen koͤnnten? — So dachte
Wren, und die Freymaurerey ward —
Ernſt! Wie iſt Dir?
Ernſt.
Wie einem Geblendeten.
Falk.
Geht Dir nun einiges Licht auf?
Ernſt.
Einiges? Zuviel auf einmal.
[58]
„ was ſich nicht exoteriſch machen laͤßt,
unter die Hieroglyphen und Simbole1
deſſelben Handwerks verſteckte, und
was man jetzt unter dem Worte ‚Ma-
ſonry
‘ verſteht, zu einer ‚Frée-Maſonry
erweiterte, an welcher Mehrere Theil
nehmen koͤnnten? — So dachte
Wren, und die Freymaurerey ward —
Ernſt! Wie iſt Dir?
Ernſt.
Wie einem Geblendeten.
Falk.
Geht Dir nun einiges Licht auf?
Ernſt.
Einiges? Zuviel auf einmal.
[58]
„was ſich nicht exoteriſch machen laͤßt,
unter die Hieroglyphen und Simbole1
deſſelben Handwerks verſteckte, und
was man jetzt unter dem Worte ‚Ma-
ſonry
‘ verſteht, zu einer ‚Frée-Maſonry
erweiterte, an welcher Mehrere Theil
nehmen koͤnnten? — So dachte
Wren, und die Freymaurerey ward —
Ernſt! Wie iſt Dir?
Ernſt.
Wie einem Geblendeten.
Falk.
Geht Dir nun einiges Licht auf?
Ernſt.
Einiges? Zuviel auf einmal.
59
[59]
Falk.
Begreifſt Du nun —
Ernſt.
Ich bitte Dich Freund, nichts mehr!
— Aber haſt Du nicht bald Verrichtun-
gen in der Stadt?
Falk.
Wuͤnſcheſt Du mich da?
Ernſt.
Wuͤnſche? — nachdem Du mir ver-
ſprochen —
Falk.
So hab ich der Verrichtungen daſelbſt
genug — Noch einmal! ich werde mich
uͤber manches aus dem Gedaͤchtniſſe zu
[59]
Falk.
Begreifſt Du nun —
Ernſt.
Ich bitte Dich Freund, nichts mehr!
— Aber haſt Du nicht bald Verrichtun-
gen in der Stadt?
Falk.
Wuͤnſcheſt Du mich da?
Ernſt.
Wuͤnſche? — nachdem Du mir ver-
ſprochen —
Falk.
So hab ich der Verrichtungen daſelbſt
genug — Noch einmal! ich werde mich
uͤber manches aus dem Gedaͤchtniſſe zu
[59]
Falk.
Begreifſt Du nun —
Ernſt.
Ich bitte Dich Freund, nichts mehr!
— Aber haſt Du nicht bald Verrichtun-
gen in der Stadt?
Falk.
Wuͤnſcheſt Du mich da?
Ernſt.
Wuͤnſche? — nachdem Du mir ver-
ſprochen —
Falk.
So hab ich der Verrichtungen daſelbſt
genug — Noch einmal! ich werde mich
uͤber manches aus dem Gedaͤchtniſſe zu
60
[60]
ſchwankend, zu unbefriedigend ausgedruckt
haben — Unter meinen Buͤchern ſollſt
Du ſehen und greifen — Die Sonne
geht1 unter, Du mußt in die Stadt. Le-
be wohl! —
Ernſt.
Eine andre gieng mir auf. Lebe wohl!
[60]
ſchwankend, zu unbefriedigend ausgedruckt
haben — Unter meinen Buͤchern ſollſt
Du ſehen und greifen — Die Sonne
gehet1 unter, Du mußt in die Stadt. Le-
be wohl!
Ernſt.
Eine andre gieng mir auf. Lebe wohl!
[60]
ſchwankend, zu unbefriedigend ausgedruckt
haben — Unter meinen Buͤchern ſollſt
Du ſehen und greifen — Die Sonne
gehet1 unter, Du mußt in die Stadt. Le-
be wohl!
Ernſt.
Eine andre gieng mir auf. Lebe wohl!
61
[61]
Nachricht.
Ein ſechſtes Geſpraͤch, welches unter
dieſen Freunden vorfiel, iſt nicht ſo nach-
zubilden. Aber das Weſentliche davon iſt
zu critiſchen Anmerkungen uͤber das fuͤnf-
te Geſpraͤch beſtimmt, die man zur Zeit
noch zuruͤckhaͤlt.
[61]
Nachricht.
Ein ſechſtes Geſpraͤch, welches unter
dieſen Freunden vorfiel, iſt nicht ſo nach-
zubilden. Aber das Weſentliche davon iſt
zu critiſchen Anmerkungen uͤber das fuͤnf-
te Geſpraͤch beſtimmt, die man zur Zeit
noch zuruͤckhaͤlt.
[61]
Nachricht.
Ein ſechſtes Geſpraͤch, welches unter
dieſen Freunden vorfiel, iſt nicht ſo nach-
zubilden. Aber das Weſentliche davon iſt
zu critiſchen Anmerkungen uͤber das fuͤnf-
te Geſpraͤch beſtimmt, die man zur Zeit
noch zuruͤckhaͤlt.